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500 Kilogramm Sprengstoff : Bombe in Hanau in nur 27 Minuten entschärft

Die Vergangenheit kehrt zurück: Am Donnerstag stießen Bauarbeiter auf die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe. Bild: Rainer Wohlfahrt

In nur 27 Minuten ist die Fliegerbombe in Hanau entschärft worden. Zuvor mussten Anwohner in einem Umkreis von 1000 Metern um die Pioneer-Kaserne ihre Häuser verlassen. Schulen blieben geschlossen, die B 43 a wurde gesperrt.

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          Die 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe in einem Hanauer Baugebiet ist am Freitagmittag unschädlich gemacht worden. Die Entschärfung in der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang lief reibungslos und gelang schneller als erwartet, wie Stadtverwaltung und Polizei berichteten. Der Kampfmittelräumdienst Hessen begann damit um 13 Uhr, keine halbe Stunde später konnte Entwarnung gegeben werden. Darauf wurden die Straßen der Umgebung wieder für den Verkehr freigegeben.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gesperrt war unter anderem die Bundesstraße 43 a, welche die Autobahn 3 mit der Autobahn 66 verbindet. Die Straße war zwischen den Ausfahrten Hanau-Hafen und Hanau-Wolfgang in beiden Richtungen blockiert, weshalb sich die Autos bis auf die Autobahn 66 zurück stauten. Die Bahnverbindungen von Hanau nach Fulda und nach Friedberg waren ebenfalls unterbrochen, der Busverkehr in der Umgebung wurde schon um 11.30 Uhr eingestellt. In den benachbarten Schulen fiel der Unterricht aus, so blieben die Robinson- und die Elisabeth-Schmitz-Schule geschlossen, ebenso einige Kindertagesstätten.

          Evakuierung ohne Schwierigkeiten

          Im Einsatz waren nach Angaben der Stadt 120 Polizisten, 105 Feuerwehrleute und 62 Helfer vom Betreuungs- und Sanitätszug des Main-Kinzig-Kreises. Die Anwohner in einem Umkreis von einem Kilometer mussten während der Entschärfung ihre Häuser verlassen. Die Polizei kontrollierte dort schon vom Morgen an und forderte die Bürger zum Verlassen der Sicherheitszone auf. Die Evakuierung verlief ohne Schwierigkeiten, die Beamten stießen nicht auf Widerstand oder uneinsichtige Personen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. In der Sperrzone leben nach Angaben der Stadt 6000 Menschen. Polizei und Feuerwehr trafen dort 500 Menschen an. Die meisten Bewohner waren ohnehin wegen der Arbeit nicht daheim oder hatten ihr Zuhause frühzeitig verlassen, weil die Evakuierung am Vorabend angekündigt worden war. Bettlägrige Menschen wurden von Hilfsdiensten in Sicherheit gebracht.

          Eine Reiterstaffel der Polizei mit vier Pferden patrouillierte das Waldgebiet Bulau an der Kinzig und wies Jogger darauf hin, dass sie ebenfalls das Gebiet verlassen müssten. Als Aufenthaltsraum für die Zeit der Evakuierung war die Lindenauhalle im benachbarten Großauheim hergerichtet worden. Dorthin wurden auch 200 Flüchtlinge gebracht, die im Sportfield-Housing, einer anderen ehemaligen Kaserne, die der Pioneer-Kaserne an der Aschaffenburger Straße gegenüber liegt, leben.

          Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war schon am Donnerstag auf dem früheren Militärgelände entdeckt worden, das zurzeit zu einem Wohngebiet umgebaut wird. Bei Kanalarbeiten stießen Arbeiter auf den Sprengkörper. Es war nicht möglich, ihn schon am Donnerstag zu entschärfen, weil ein dafür benötigtes Spezialgerät noch bei einer anderen Bombenentschärfung in Limburg gebraucht wurde, wie ein Sprecher der Stadt dieser Zeitung sagte. Deshalb musste bis Freitag gewartet werden. Über Nacht soll die Bombe von Polizeibeamten bewacht werden.

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