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Bolschewistische Revolution : Die unnahbare Zarin aus Darmstadt

  • -Aktualisiert am

Glückliche Tage: Zar Nikolaus II. im Jahr seiner Inthronisierung 1894 zusammen mit seiner Braut Alexandra von Hessen und deren Schwester Elisabeth (rechts). Bild: akg-images

Vor 100 Jahren exekutierten die Bolschewisten die Schwester von Großherzog Ernst Ludwig. Ihr Schicksal und das ihrer Familie wirft die Frage auf, wie es um Darmstadts Erinnerungskultur bestellt ist.

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          Als Erster hat der Tschekist Jakow Jurowski geschossen. Seine Kugel traf Zar Nikolaus II. mitten ins Herz. Danach eröffneten alle anderen Männer des bolschewistischen Erschießungskommandos das Feuer auf die übrige Familie und ihre Bediensteten. Nikolaus’ Frau Alexandra traf eine Kugel in den Kopf. Zwei oder drei Minuten schossen die Männer in dem kleinen Raum wie wild um sich. Aber auch dann waren die Zarenfamilie, deren Leibarzt, die Hofdamen und der Koch noch nicht tot. Man hörte im Keller des „Hauses zur besonderen Verwendung“ weiteres Stöhnen. Der 13 Jahre alte Zarewitsch Alexej, der auf dem Schoß seines Vater gesessen hatte, kroch über den Boden. Drei seiner vier Schwestern klammerten sich in dem Raum schreiend aneinander.

          Die Bolschewisten rührte das nicht. Sie führen den Auftrag des Jekaterinburger „Revolutionskomitees des Arbeiter- und Soldatensowjets“ zu Ende und stachen auf die noch Lebenden mit ihren Bajonetten ein. Als die Leichname auf den bereitstehenden Lastwagen vor dem Haus verladen wurden, war das Massaker immer noch nicht beendet. Drei der totgeglaubten jungen Frauen bewegen sich plötzlich. Abermals wurde auf sie eingestochen, bis sich niemand mehr rührte.

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