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Kehrtwende des Rathauschefs : Böllenfalltor: Partsch hält Modernisierung für möglich

  • -Aktualisiert am

Modernisierung des alten Stadions möglich: Darmstadts OB Partsch Bild: Röth, Frank

Die Diskussionen über das künftige Stadion von Darmstadt 98 haben möglicherweise eine überraschende Wendung genommen. Rathauschef Partsch liebäugelt mit einer Modernisierung am Böllenfalltor.

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          Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Die Grünen) ist auf einer Wahlveranstaltung davon abgerückt, ein neues Fußball-Stadion zu bauen. In der Centralstation, wohin am Dienstagabend das „Darmstädter Echo“ die Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl geladen hatte, sagte Partsch, er sehe „beste Realisierungschancen“ für das Altstadion am Böllenfalltor. Die vier Standorte für einen Neubau, die die Stadt auf ihre Tauglichkeit hin untersucht, seien dagegen mit „größten Problemen“ belastet.

          Die Aussage des Oberbürgermeisters hat überrascht. Bislang vertraten Stadt und der SV Darmstadt 98 die Auffassung, nach den Einsprüchen gegen eine grundlegende Modernisierung des „Bölle“ und dessen Ausbau zu einem Sportpark gehe es zunächst nur um Investitionen ins Altstadion als Zwischenlösung, perspektivisch aber um einen Neubau entweder auf einem Areal bei Merck, im Wald bei Eberstadt, im Westwald oder auf den Äckern des stadteigenen Gehaborner Hofs. Partschs Herausforderer, der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Siebel, sagte in der Diskussion, er verstehe die Äußerungen des Oberbürgermeisters nicht. Er selbst sei nach jetzigem Stand für den Gehaborner Hof als neuen Standort einer Fußball-Arena und dafür, dass die Stadt für dieses Projekt jährlich fünf Millionen Euro in eine Rücklage stelle.

          Partsch sagte, dass das von der Stadt angestoßene Bebauungsplan-Verfahren für den „Sportpark Böllenfalltor“ nur ruhe. Es könne durchaus wiederaufgenommen werden. Einen Anlass dazu sah er durch gesetzliche Änderungen gegeben. So seien die Lärmbelastungsgrenzen für Stadien herabgesetzt worden. Bislang sei es auch stets gelungen, von der Deutschen Fußball-Liga eine Spielerlaubnis für die Traditionsspielstätte der Lilien zu erwirken.

          In der Diskussion wurde deutlich, dass fast alle Kandidaten bereit sind, für Darmstadts Profifußball viel Geld in die Hand zu nehmen. So sollte die Kommune sich nach Ansicht von Helmut Klett von der Wählergemeinschaft Uwiga mit einem Drittel an den Kosten eines Neubaus beteiligen, was eine Summe von zehn bis 15 Millionen Euro bedeute. Christoph Hentzen (FDP) sprach von einer Lösung mit Hilfe von Investoren. Diese sollten 50 Prozent der Kosten aufbringen, die Stadt den Rest, also etwa 20 Millionen Euro. Die beiden unabhängigen Kandidaten Achim Pfeffer und Thorsten Przygoda sprachen sich für eine kommunale Beteiligung in Höhe von 20 respektive 15 Prozent aus, Hans Mohrmann (AfD) für einen Verkauf des Böllenfalltor-Stadion-Grundstücks zur Finanzierung eines Neubaus.

          Unterschiedliche Meinungen gab es, in welchem Umfang der Sportbetrieb am Bölle auf Dauer gesichert werden kann. Nach Ansicht von Klett und Kerstin Lau (Uffbasse) sind die Pläne zu einer Multifunktionsarena mit Veranstaltungshalle baurechtlich und finanziell nicht zu realisieren. Gleichwohl sprach sich Lau dafür aus, auf Dauer am alten Standort zu bleiben. Einen weiteren großen Veranstaltungsort brauche die Stadt auch nicht, das Angebot in der Region sei ausreichend.

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