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„Bericht zur Lage des Glücks“ : Komm ein bisschen mit nach Italien

Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff, Träger des Deutschen Buchpreises, spricht im Frankfurter Römer. Bild: Frank Röth

Bodo Kirchhoff stellt im Frankfurter Literaturhaus seinen neuen Roman „Bericht zur Lage des Glücks“ vor. Darin beschreibt er eine Reise Richtung Süden, bis an die Grenzen von Realität und Transzendenz.

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          Was rätselhaft ist, sei höchstens durch Zuneigung zu verstehen, heißt es in den ersten Worten des Romans: „Wie alles uns Fremde.“ Der Lesesaal des Literaturhauses ist voll, auswärtige Zuschauer sitzen in Marburg und Heidelberg vor dem Computer, was nichts daran ändert, dass Bodo Kirchhoff, der 1970 nach Frankfurt gezogen ist und seine Bücher an der Schönen Aussicht schon oft vorgestellt hat, auch bei dieser Buchpremiere ein „Heimspiel“ hat, wie sein Gesprächspartner Hubert Spiegel, Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., es ausdrückt: „Schön, wenn der Autor auf die Westkurve blicken kann.“

          Florian Balke
          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Buch blickt Kirchhoff eher nach Süden. Nach Italien, an seine Südspitze und weiter nach Afrika. Wie im Roman „Verlangen und Melancholie“ und in der mit dem Buchpreis ausgezeichneten Novelle „Widerfahrnis“ schickt er einen deutschen Mann in den allerbesten Jahren auf Italienfahrt. Sie dient der Suche nach sich selbst ebenso wie der nach einem Ausweg aus dem bisherigen Leben und gestattet zugleich den Blick in zivilisatorische und individuelle Vergangenheiten und Zukünfte. Wie in „Widerfahrnis“ kommt es in „Bericht zur Lage des Glücks“ zu einer Begegnung mit afrikanischen Flüchtlingen in Europa. Im einen Buch schickt Kirchhoff einen Kulturjournalisten auf den Weg, im anderen einen Verleger, nun ist es ein ehemaliger Mitarbeiter der Zeitung Christliche Stimme. Lauter Arbeiter des Geistes, die mit dem Schreiben ihr Leben fristen. „Warum nicht mal was Solides?“, fragt Spiegel. Er habe schon alles Mögliche gemacht, um Geld zu verdienen, sagt Kirchhoff: „Eine Figur, die Geld einfach hat, würde mich nicht interessieren.“

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