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Straßenschlachten: Warum die Proteste so eskaliert sind

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Mahnwachen: 6 bis 20 Uhr

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Mahnwachen:
6 bis 20 Uhr

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Demonstrationsroute:
17 bis 20 Uhr

14 - 17 Uhr, Kundgebung
Ab 5 Uhr morgens, Mahnwachen
6:31 Uhr, Alte Oper
6:48 Uhr, Ecke Zeil, Lange Straße
7:20 Uhr, nahe EZB
7:40 Uhr, Zeil 33
8:20 Uhr, Flößerbrücke
8:48 Uhr, EZB
Aktuelles
10:00 Uhr, Ordnungsdezernent
11:50 Uhr, Hanauer Landstraße
12:26 Uhr, DGB-Zentrale
14:06 Uhr, DGB-Zug
16:18 Uhr, Eiserner Steg
18:00 Uhr, Eschenheimer Tor
18:20 Uhr, Hoch-/Kaiserhofstraße
18:45 Uhr, Opernplatz
14 bis 17 Uhr, Kundgebung
Zwischen 14 und 17 Uhr, Kungebung am Römerberg. Ab 17 Uhr beginnt die Demonstration der Blockupy-Demonstranten: Römerberg – Konstablerwache - Opernplatz
Ab 5 Uhr morgens, Mahnwachen
Um 5 Uhr morgens haben die Mahnwachen begonnen. Unbekannte haben in Frankfurt Krähenfüße ausgelegt. An verschiedenen Orten in der Stadt wurden bereits Polizisten angegriffen.
6:31 Uhr, Alte Oper
Nicht nur an der Alten Oper, sondern auch auf anderen Plätzen der Stadt sind vereinzelt Gruppen von Demonstranten unterwegs und werfen mit Steinen auf öffentliche Gebäude. Die Polizei verteilt sich mit massiven Kräften in der Innenstadt.
6:48 Uhr, Ecke Zeil/ Lange Straße
Die ersten Schäden von Blockupy an Gebäuden, Ecke Zeil, Lange Straße.
7:20 Uhr, nahe EZB
In der Nähe der EZB werden Autos angezündet. Rauchschwaden ziehen hoch. Ganze Straßenzüge sind verraucht. An der Hanauer Landstraße haben Demonstranten eine Blockade errichtet.
7:40 Uhr, Zeil 33
Die Polizei meldet, das 1. Polizeirevier – Zeil 33, an der Konstablerwache – sei angegriffen worden. Drei Autos brennen, die Lage sei aber wieder unter Kontrolle.
8:20 Uhr, Flößerbrücke
Brennende Barrikaden an der Flößerbrücke. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein. Der Großteil der Demonstranten hat sich zurückgezogen. Einige Aktivisten trotzen dem Polizeieinsatz und werfen weiter mit Pyrotechnik und Steinen, zudem zünden sie Rauchbomben.
8:48 Uhr, EZB
Vor der EZB marschieren viele Polizisten auf. Demonstranten sind hier kaum.
Weitere Informationen
12:48 Uhr / Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht in den Ausschreitungen in Frankfurt eine neue Dimension der Gewalt. „Hier hat sich ein gewaltbereiter Mob aus ganz Europa versammelt, um unter dem Deckmantel der Kapitalismuskritik den Staat als solchen anzugreifen“, sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt. Demonstranten hätten gezielt Polizisten attackiert. „Das Ausmaß der Gewalt hat in seiner Geballtheit eine neue Qualität erreicht."

11:16 Uhr / Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im hessischen Landtag, Hermann Schaus, bedauert und verurteilt die Eskalation. „Es sieht so aus, als seien einige nur gekommen, um Randale zu machen. Das kann man nur verurteilen, und das schadet dem Anliegen der Blockupy-Bewegung sehr, ihre Kritik an der Politik der EZB durch friedliche Demonstrationen und friedliche Blockaden deutlich zu machen. Es sind viele internationale Gruppen hier, und ich habe den Eindruck, dass jene, von denen Gewalt ausgeht, alle nicht an der Vorbereitung der Proteste beteiligt waren und leider nicht den dabei erzielten Konsens teilen, dass friedlich demonstriert werden sollte.“

10:40 Uhr / Harald Fiedler, Geschäftsführer der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main: „Das ist doch verrückt. Wir wollen heute Argumente rüberbringen und Kritik an der falschen Sparpolitik in den südeuropäischen Krisenländern. Nun gibt es wieder Schlagzeilen über Gewalt und Straßenschlachten und die Argumente gehen unter.“

10:16 Uhr / Reaktion aus Berlin: Der Bundesjustizminister kritisiert die Gewalt. Heiko Maas: „Jeder hat Recht Institutionen wie die EZB zu kritisieren. Pure Randale überschreitet aber alle Grenzen im politischen Meinungskampf.“

9:36 Uhr / Polizei hat ca.350 Personen festgenommen, die zuvor in Frankfurt randalierten und Straftaten verübten.

9:11 Uhr / Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert die Ausschreitungen: „Wir reden hier mittlerweile über schwere Straftaten“, sagte der Vorsitzende Oliver Malchow dem Fernsehsender n-tv am Mittwoch. „Der Begriff Demonstrant wird in diesem Fall falsch verwendet.“ Das kapitalismuskritische Bündnis Blockupy hat das Vorgehen der Frankfurter Polizei kritisiert. Die Polizei habe Teile der Demonstration angegriffen, sagte Blockupy-Sprecher Hendrik Wester. „Das ist nicht so, wie wir von Blockupy den Tag geplant haben. Aber man muss auch feststellen, dass offensichtlich das Bürgerkriegsszenario, was die Polizei da aufgemacht hat, (...) von vielen Leuten als Herausforderung und als Provokation begriffen worden ist.“ Das Bündnis hoffe aber, dass die Lage nicht weiter eskaliere. (dpa)
10:00 Uhr, Markus Frank (CDU)
Der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich entsetzt von den Ausschreitungen. Besonders verabscheuungswürdig sei, dass Feuerwehrleute angegriffen worden seien, sagte er soeben im Gespräch auf Anfrage. Die Lageeinschätzung des Polizeipräsidiums habe sich leider bestätigt. „Ein derartiges Gewaltpotential haben wir lange nicht mehr gesehen.“ Das Blockupy-Bündnis sei aufgerufen, jetzt für Deeskalation zu sorgen. Auf die Frage, ob die geplanten Demonstrationszüge durch die Innenstadt angesichts der Eskalation kurzfristig verboten werden könnten, äußerte sich Frank zurückhaltend. „Wir wägen die Lage permanent ab.“
11:50 Uhr, Hanauer Landstraße
Hanauer Landstraße, Ecke Uhlandstraße: Janine Wißler, hessische Abgeordnete der Linken, steht bei den eingekesselten italienischen Demonstranten an der Uhlandstraße. Sie sagte unserer Kollegin: „Mir wäre es lieber, wir würden einfach vor der EZB stehen und da friedlich demonstrieren.“ Die Gewalt lenke von dem ab, was die Demonstranten eigentlich wollen, nämlich laut und friedlich zu demonstrieren. Dass bei Demonstrationen mal eine Scheibe zu Bruch gehe oder ein Mülleimer umgeworfen werde, sei ja nicht verwunderlich, aber das Ausmaß der Gewalt habe sie überrascht.
12:26 Uhr, DGB-Zentrale
Der DGB-Zug setzt sich in Bewegung. Rund 1000 Menschen sind vor Ort. Wie weit er kommt, ist wegen der Blockaden unklar.
14:06 Uhr, DGB-Zug
Der DGB-Zug löst sich gerade auf, weil er nicht bis zur EZB kommt. Die Demonstranten gehen zurück zum Römer, wo bald eine Kundgebung beginnen soll.
16:18 Uhr, Eiserner Steg
Polizei räumt den Eisernen Steg.
18:00 Uhr, Eschenheimer Tor
Die Blockupy-Demonstranten laufen friedlich am Eschenheimer Tor ein.
18:20 Uhr, Hoch-/Kaiserhofstraße
Polizeibeamte werden in der Hochstraße/Kaiserhofstraße mit Steinen beworfen.
18:45 Uhr, Opernplatz
Die Demonstration ist offiziell beendet. An einer Bankfiliale werden Scheiben eingeworfen.
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