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Italienische Aktivisten : Mit militanten Grüßen aus Genua

  • -Aktualisiert am

Die Polizei nimmt von einer Gruppe eingekesselter Demonstranten die Personalien auf Bild: dpa

Unter den Demonstranten von Blockupy sind auch Hunderte Aktivisten aus Italien. Sie sind aus Rom und Genua nach Frankfurt gereist und ziehen marodierend durch die Stadt. Das schockiert auch die Linkspartei.

          Sie nennen sich die „Regenbogen“-Gruppe - Demonstranten aus Italien, die nach Frankfurt gereist sind, um sich an den Blockupy-Protesten zu beteiligen. Doch die EZB werden sie an diesem Mittwoch wohl nicht mehr erreichen. Am Mittag werden zweihundert von ihnen eingekesselt. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der Gruppe wohl um den Mob, der am Morgen marodierend durch die Innenstadt gezogen ist und wahllos Geschäfte und - dies wohl gezielt - das 1. Polizeirevier angegriffen hat. Ob es wirklich diese Gruppe war oder nicht doch eine der anderen vielen, die an diesem Tag durch die Innenstadt ziehen, lässt sich jedoch nicht erhärten.

          Plötzlich fliegen Pflastersteine und Flaschen

          Von einem „Zerstörungszug“ spricht die Polizei. Mindestens acht Beamte werden am Vormittag in Frankfurt durch Steinwürfe verletzt. Auch Straßenbahnen und Feuerwehrleute werden mit Steinen beworfen. Sieben Polizeiwagen und zahlreiche andere Autos brennen aus. Demonstranten errichten Barrikaden, verwüsten Geschäfte.

          Als die „Regenbogen“-Gruppe am Mittag in Richtung EZB zieht, fängt die Polizei die Aktivisten ab, die sich zum Teil vermummt haben und kesselt sie ein. Einer nach dem anderen wird herausgeführt, die Beamten nehmen die Personalien auf, danach werden die Demonstranten, die aus Rom und Genua angereist sind, frei gelassen. Widerstand leisten die Aktivisten kaum.

          Noch während der Kessel anhält, versammeln sich rund tausend weitere Demonstranten aus der linken Szene, fahren einen Lautsprecherwagen vor die Uhlandstraße, in Sichtweite des Kessels. Was zunächst so aussieht wie eine Barriere, wie es sie an diesem Tag schon oft gegeben hat, um die Zufahrtsstraße zur EZB zu blockieren, entpuppt sich als Solidaritätsaktion, die die Beamten wohl noch bis in den frühen Nachmittag hinein beschäftigen wird - bis auch der letzte „Regenbogen“-Demonstrant aus dem Kessel abgeführt ist.

          Plötzlich fliegen Pflastersteine und Flaschen. Sie prasseln auf die Polizisten nieder, die die „Soli-Aktivisten“ von dem Kessel trennen. Einzelne Demonstranten versuchen die Kette der Beamten zu durchbrechen. Die Polizisten setzen Pfefferspray ein und nehmen Gewalttäter fest.

          „Das ist definitiv nicht das, worum es gehen sollte“

          Am Rande steht die stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei, Janine Wissler, und beobachtet die Szenerie. Sie habe als parlamentarische Beobachterin die Gruppe der italienischen Demonstranten den Morgen über weitgehend begleitet, sagt sie. Es sei aber schwer zu sagen, welche Straftaten genau von Ihnen ausgegangen seien. Dass es überhaupt zu dieser massiven Gewalt gekommen sei, erschüttere sie. „Ich verurteile das. Das ist definitiv nicht das, worum es gehen sollte. Wir wollten einen friedlichen Protest gegen die EZB.“ Den hat es am Mittwoch jedoch von Anfang an nicht gegeben.

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