„Macht die Revolution“: Apo und Studentenproteste von 1968
Berlin und Frankfurt sind die beiden Hochburgen der Studentenproteste von 1968 gewesen. Als am 11. April 1968 ein wirrer Rechtsradikaler in Berlin auf den Studentenführer Rudi Dutschke schoss und ihn schwer verletzte, richtete sich die Wut der linken Szene auf den angeblich hetzerischen Springer-Verlag: „Bild hat mitgeschossen“, lautete der Vorwurf. Bei den sogenannten Osterunruhen versammelten sich am Gründonnerstag in Frankfurt Hunderte von Demonstranten vor den Gebäuden der Sozietätsdruckerei an der Mainzer Landstraße, wo auch die Redaktionen der F.A.Z., der Frankfurter Neuen Presse und der Abendpost/Nachtausgabe ihren Sitz hatten. Sie konnten den Druck der „Bild“-Zeitung freilich nicht verhindern, denn sie und die anderen Zeitungen wurden erst am Karfreitag produziert.
Einige Wochen zuvor war Dutschke, damals Vorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), nach Frankfurt gereist, um auf der Kundgebung „Schluss mit dem Krieg in Vietnam“ auf dem Römerberg zu sprechen. Doch er wurde von der Polizei er schon am Flughafen festgenommen, worauf Demonstranten das Polizeipräsidium belagerten. Oberbürgermeister Willi Brundert (SPD) erwirkte Dutschkes Freilassung, der rief vor der Abreise nach Berlin seinen Genossen am Hauptbahnhof über Megaphon zu: „Geht nach Hause und macht die Revolution.“