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Ausschreitungen bei Blockupy : Polizei: Krawalle waren strategisch geplant

  • Aktualisiert am

Von langer Hand geplant? Polizisten beobachten die Ausschreitungen in Frankfurt. Bild: Helmut Fricke

Nach Einschätzung der Polizei hatten die Ausschreitungen während der Blockupy-Proteste in Frankfurt eine völlig neue Qualität - und waren lange vorbereitet. Insgesamt sollen mehr als 350 Menschen verletzt worden sein.

          Die schweren Krawalle bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt haben einen Millionenschaden verursacht. Eine solche Gewalt habe die Stadt lange nicht mehr erlebt, sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Donnerstag. Am Tag nach den Ausschreitungen zur Neueröffnung der Europäischen Zentralbank korrigierten Polizei und die Organisatoren der Proteste die Zahl der Verletzten noch einmal nach oben - auf insgesamt mehr als 350.

          Die gewalttätigen Proteste hatten nach Einschätzung der Polizei eine völlig neue Qualität. Die stundenlangen Krawalle, bei denen rund 4000 Autonome in Teilen der Stadt brennende Barrikaden errichteten, Polizeiautos anzündeten und Scheiben einwarfen, seien strategisch geplant und teils gut organisiert gewesen, sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Donnerstag. „Das war keinesfalls spontan.“ Besonders gewalttätig geworden seien neben Randalierern aus Berlin und Hamburg aus Italien und anderen südeuropäischen Ländern angereiste Aktivisten.

          Insgesamt habe die Polizei gut 500 Randalierer vorübergehend festgenommen. 150 Beamte seien verletzt worden, zwei davon schwer. Nach einem Angriff von Vermummten mit einem ätzenden Gas hätten allein 80 Beamte behandelt werden müssen. Bereswill zeigte sich entsetzt, dass Gruppen durch die Stadt zogen und zum Teil unbeteiligte Passanten angriffen und mit Steinen und Flaschen bewarfen. Einige Randalierer seien bereits Tage zuvor gekommen und hätten ausgekundschaftet, an welchen Orten sie zuschlagen könnten.

          Die Polizei hatte nach eigenen Angaben rund 10.000 Beamte im Einsatz. Die Kosten dürften in die Millionen gehen, ebenso der Sachschaden. An einer Kundgebung auf dem Frankfurter Römer und einem Zug durch die Innenstadt am Mittwochnachmittag nahmen nach Polizeiangaben 17.000 Menschen teil, die Organisatoren des Blockupy-Bündnisses sprachen von bis zu 25.000. In der Nacht zum Donnerstag sei es nur noch vereinzelt zu Straftaten gekommen, teilte die Polizei mit.

          Vertreter verschiedener zum Blockupy-Bündnis gehörender Gruppen distanzierten sich am Donnerstag nur bedingt von den Gewalttaten. Blockupy-Sprecherin Hannah Eberle sagte, es sei zu Bildern gekommen, die das Bündnis „nicht gewollt und nicht so erwartet“ habe. Die Gewalt sei eine Folge der Krisenpolitik der europäischen Regierungen, die viele Menschen in Deutschland und den betroffenen Ländern wütend mache. Blockupy sei nicht für die Randale verantwortlich. Polizeipräsident Bereswill widersprach: „Die Initiatoren von Blockupy machen es sich zu einfach, wenn sie behaupten, dass sie nichts damit zu tun hätten.“ Es gebe Hinweise, dass vor allem im Umfeld der Linkspartei gewaltbereite Personen unterstützt worden seien.

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