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Blockupy-Proteste in Frankfurt : Heuchler

Feuerwehrleute löschen brennende Polizeiautos - gesehen bei den Blockupy-Krawallen in Frankfurt. Bild: Helmut Fricke

Blockupy wütet in Frankfurt – und manche tun so, als habe man diesen Gewaltausbruch nicht kommen sehen können. Die Mischung aus gespielter Naivität und kalter Berechnung bei Linken und manchen Gewerkschaften ist nicht zu ertragen.

          Was die randalierenden Wanderkader mit Ziel Frankfurt  im Sinn hatten, konnte jeder wissen. Es sind Heuchler, die jetzt so tun, als habe man den Gewaltausbruch nicht kommen sehen können. Die Mischung aus gespielter Naivität und kalter Berechnung, die von der Linken und aus manchen Gewerkschaften zu hören ist, ist nicht zu ertragen. „Heute unterwegs in Frankfurt: Wer Europa will, muss es den Reichen nehmen“, hat die Linke-Vorsitzende Katja Kipping am Mittwochvormittag gesagt.

          Kai Klose, der Vorsitzende der hessischen Grünen, sonst ein ganz vernünftiger Mann, hielt es für angebracht, auch die Polizei zur „Besonnenheit“ aufzurufen. Ach so? Haben die Beamten ihre Autos vielleicht selber angezündet? Es muss heute auch daran erinnert werden, dass Mitte Februar ein Vorstandsmitglied der IG Metall zu der Pressekonferenz gekommen war, auf der die Blockupy-Aktivisten ihre Pläne vorstellten. Wenn der Spuk hoffentlich bald vorbei ist, wird darauf zurückzukommen sein.

          Von Helmut Schmidt lernen

          Wenigstens Gewerkschafter dürften sich noch an Helmut Schmidt erinnern. Der wurde einmal gefragt, was er einem zornigen jungen Mann sagen würde, der mit einem Pflasterstein in der Hand vor ihm stünde. Gar nichts würde er dem sagen, war die Antwort – so einer gehöre erst einmal hinter Schloss und Riegel.

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