https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy-frankfurt-proteste-gegen-finanztreffen-12677217.html

Blockupy Frankfurt : Proteste gegen Finanztreffen

  • -Aktualisiert am

Schwarz auf Weiß: Blockupy-Demonstranten vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt protestieren gegen die Finanzpolitik der Europäischen Union. Bild: Reuters

Aus ganz Europa reisen sie an - Vertreter linker Gruppierungen treffen sich in Frankfurt, um für 2014 Aktionen der Blockupy-Bewegung zu planen. Zudem demonstrierten 70 Menschen in einer „Lärmkundgebung“ vor der Alten Oper.

          1 Min.

          Seit Freitag treffen sich Vertreter linker Gruppierungen aus ganz Europa auf dem Uni-Campus Bockenheim, um für das nächste Jahr Proteste gegen die europäische Krisenpolitik vorzubereiten. Die Aktionen werden maßgeblich von dem Blockupy-Bündnis geplant und organisiert. Nach Angaben der Linkspartei, die dem Bündnis angehört, sollen die Blockupy-Protestveranstaltungen Mitte Mai stattfinden. Weitere Aktionen seien zur Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes geplant. Es werde mit mehreren tausend Teilnehmern aus nahezu allen europäischen Staaten gerechnet.

          Am Freitag Nachmittag demonstrierten rund 70 Menschen vor der Alten Oper. Sie waren einem Aufruf des „No Troika“-Bündnisses Rhein-Main gefolgt. Die Demonstranten versammelten sich zu einer „Lärmkundgebung“, um den ersten Sitzungstag des European Banking Congress zu stören. Mit Trillerpfeifen und Tröten versuchten die Teilnehmer möglichst viel Krach zu machen, während im Operngebäude unter anderen der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprachen. Aus zwei Lautsprechern, die auf das Dach eines am Opernplatz parkenden Autos geschnallt waren, schallte laute Ska- und Punkmusik. Die Demonstranten kritisierten die „Armutspolitik“ der Europäischen Union, die für Staaten wie Spanien, Portugal und Griechenland Massenarbeitslosigkeit und Verelendung zur Folge habe.

          Gerangel zwischen Polizisten und Blockierern

          Nach anderthalb Stunden brachen die Demonstranten in Richtung Willy-Brandt-Platz auf. Sie liefen über die Mainzer Landstraße zum Hauptsitz der Europäischen Zentralbank am Willy-Brandt-Platz. Von dort aus fuhren sie zum EZB-Neubau im Ostend. Ein Sprecher von „No Troika“ erklärte, dass der „Stadtspaziergang“ ortsfremde Aktivisten über die Situation „im Kern der finanzindustriellen City Frankfurt“ informieren solle. Wie die Polizei mitteilte, ist die Protestaktion am Abend ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen.

          Am Donnerstagabend war es vor dem Frankfurter Hof zu einer Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Zuvor hatten gut 150 Personen gegen die Frankfurter Bankenkonferenz Euro Finance Week demonstriert. Unter dem Motto „In Ruhe dinnern ist nicht mehr“ waren sie über die Kaiserstraße zum EZB-Gebäude und weiter zur Hauptwache gezogen. Nach dem offiziellen Ende der bis dahin friedlichen Demonstration blockierten einige Teilnehmer den Eingang des Hotels. Die Polizei forderte die Kapitalismuskritiker mehrfach dazu auf, den Weg frei zu machen. Es kam zu einem Gerangel, und die Blockierer zerstreuten sich.

          Weitere Themen

          Taxameter startet bei 4 Euro

          Heute in Rhein-Main : Taxameter startet bei 4 Euro

          Am 8. Dezember wird bundesweit der Katastrophenfall geprobt. Die Taxibranche steckt in einer Krise. Und außerdem muss die Gift-Attentäterin der TU-Darmstadt in die Psychiatrie. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Schauplatz von mehr als 65.000 Morden: Richter des Landgerichts Itzehoe besichtigen das ehemalige Konzentrationslager Stutthof.

          Ehemalige KZ-Sekretärin : Späte Worte des Bedauerns

          In Schleswig-Holstein ist eine 97 Jahre alte Frau angeklagt, die einst Sekretärin im Konzentrationslager war. Nun hat sie ihr Schweigen gebrochen.
          Maximaler Druck: Kinderintensivstation eines Krankenhauses in Berlin Anfang Dezember

          Krankes System : Kindermedizin in der Krise

          Die Infektionswelle bei Kindern überfordert Kliniken und Praxen. Gesundheitsminister Lauterbach will kurzfristig gegensteuern – und erntet mit seinen Ideen Kritik. Viel zu lange sei an der Pädiatrie gespart worden, heißt es.

          Elfmeter-Krimi gegen Spanien : Der Held Marokkos heißt Bono

          Große Überraschung in Qatar: Marokko bezwingt Spanien und zieht erstmals ins WM-Viertelfinale ein. Torwart Bono wird im Elfmeterschießen zum Helden. Spanien trifft kein einziges Mal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.