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Protest an EZB-Baustelle : Blockupy-Aktivisten starten Zaunspaziergänge

  • -Aktualisiert am

Triff den Turm:Spielerischer Protest in Sonntagsstimmung. Bild: Michael Kretzer

„Fight €ZB“ prangte auf einem Plakat zum ersten Zaunspaziergang gegen die Europäische Zentralbank. Bis zur Eröffnung der EZB im Herbst plant das Blockupy-Bündnis monatliche Protestmärsche.

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          Mit einem Kinderschminktisch für den „schwarzen Block von morgen“, der Wurfbude „Triff-den-Turm“ und veganem Kuchen hat das links-bürgerliche Blockupy-Bündnis am Sonntag zum ersten Zaunspaziergang an der Baustelle der Europäischen Zentralbank geladen. Etwa 100 Menschen folgten dem Aufruf. „Die EZB soll bis Herbst nicht mehr zur Ruhe kommen, dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagte Sprecherin Mira Lauth, die sich mit der regionalen Gruppe No Troika bei Blockupy engagiert. Der Zaunspaziergang ist von nun an für jeden letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr auf der Mainseite geplant. Das Bündnis beruft sich mit der Aktionsform auf die sonntäglichen Zaunspaziergänge der Startbahn-West-Gegner in den 1980er Jahren. Aus den wöchentlichen Demonstrationen heraus wurde versucht, die Mauer zu demontieren und die Bauarbeiten zu behindern. Dabei kamen 1987 zwei Polizisten ums Leben.

          Die Polizei zeigte sich entspannt. Ein vierköpfiges Team, das zur Hälfte aus Kommunikatoren bestand, begleitete die Demonstranten bei ihrem Zaunspaziergang. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Veranstaltung als „unproblematisch“. Das Wurfbudenspiel, bei dem Türme von Eimern mit den Bildern von EZB-Präsident Mario Draghi, Kanzlerin Angela Merkel oder Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit einem Basketball zum Einsturz gebracht werden sollten, sei freie Meinungsäußerung und ausdrücklich erwünscht, sagte der Polizeisprecher. Am Schminktisch konnten sich Kinder als Hasen bemalen lassen, ein Symbol der Blockupy-Proteste aus dem vergangenen Jahr. Wie das Tier wolle man sich den öffentlichen Raum nehmen, erklärte eine junge Aktivistin.

          Transparenz der EZB-Arbeit bemängelt

          An der mit Nato-Draht und Überwachungskameras gerüsteten Baustelle befestigten die Aktivisten Plakate mit Aufschriften wie „Fight €ZB“ und „Krisenakteure markieren“. Dazu konnten die Besucher über ein Megafon mitteilen, warum sie gekommen waren. Die steigenden Mieten im Ostend rund um die neue EZB waren dabei ebenso Thema wie eine fehlende Transparenz der Arbeit der EZB und Solidaritätsbekundungen mit Sozialprotesten in Griechenland und Spanien.

          Bisher hätten die Verantwortlichen auf Seiten der EZB zwar eine Bereitschaft zu Einzelgesprächen mit Blockupyern signalisiert; das Bündnis aber wünsche sich öffentliche Gesprächsveranstaltungen, so Sprecherin Lauth. Am 15. Mai sollen europaweite Aktionstage in Brüssel, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf folgen. In Frankfurt kommt es im Herbst wieder zu großen Protesten, wenn das Gebäude der Europäischen Zentralbank eröffnet wird.

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