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Blinde Touristen : „Durch Frankfurt ohne Augenlicht“

  • -Aktualisiert am

Mit Brillen über Rillen: Brigitte Buchsein (zweite von rechts) führt ihre „blinde Gruppe“ zielsicher durch Frankfurt. Bild: Marina Pepaj

Stadtführungen gibt es viele. Aber eine, bei der es darum geht, möglichst wenig zu sehen, ist neu. Mit dem Blindenstock geht es durch die Frankfurter Altstadt.

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          Fortgeschrittener grauer Star oder doch lieber Makula-Degeneration? Brigitte Buchsein hält in jeder Hand einen Stapel Brillen. Keine Sehhilfen, sondern Pappmodelle, die laut Aufschrift „typische Auswirkungen der Augenkrankheit simulieren“. Ihr selbst hat das Leben keine Wahl gelassen. Brigitte Buchsein ist im Säuglingsalter erblindet. Dass sie lediglich hell und dunkel wahrnehmen kann, sagt die heute Fünfzigjährige, habe sie jedoch von Jugend an nicht daran hindern können, ihren Lebensraum immer „sehr neugierig und an Geschichte interessiert“ zu erkunden.

          „Frau Buchsein kennt alle Führungen der Kulturothek“, bestätigt die Leiterin der Agentur für Stadthistorie, Sabine Mannel. Vor einigen Wochen habe sie Buchsein deshalb gefragt, ob sie nicht den „Augenmenschen“ einmal die Welt aus der Perspektive blinder und sehbehinderter Menschen erklären wolle. Und so leitet Buchsein, die als Software-Entwicklerin bei einem Versicherungsunternehmen in Oberursel arbeitet, jetzt erstmals selbst einen Rundgang. Nachdem alle Teilnehmer der Stadtführung mit einer Spezialbrille ausgestattet sind, geht es los: „Durch Frankfurt ohne Augenlicht“.

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