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Großbaustellen der Region : Ein aufgewühltes Land

Das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen soll bis Herbst 2023 fertiggestellt sein. Bild: Axel Häsler

Gelblich-ockerfarbene Töne zwischen grauem Beton und Waldflächen: In Frankfurt wird viel und im großen Stil gebaut. Der Fotograf Alex Häsler hat sich das aus der Luft angeschaut.

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          Unter dem Pflaster liegt der Strand, sangen vor 50 Jahren die Revoluzzer und Steinewerfer, ein legendäres Frankfurter Stadtmagazin jener Zeit benannte sich nach dieser romantisch-kämpferischen Idee. Wer die Zeile auf ihren Tatsachenkern überprüfen möchte, dem sei ein Rundflug über das Rhein-Main-Gebiet empfohlen, wie ihn der Fotograf Axel Häsler dieser Tage unternommen hat. Die Baugruben der Großprojekte, von denen es in der Region einige gibt, erstrahlen in diesem trockenen Sommer in gelblich-ockerfarbenen Tönen, so als wollten sie mit den Stränden von St. Peter-Ording und Key West konkurrieren: sei es die Baustelle der DFB-Akademie in Frankfurt, jene des Terminals 3 am Airport, der ehemaligen Pioneerkaserne in Hanau oder des Kaiserlei-Kreisels zwischen Offenbach und Frankfurt.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Daneben liegen gewaltige Hügel mit dem Erdaushub, so als hätten hier Kinder von Riesen gespielt. In einigen Monaten schon wird die nackte Erde nicht mehr zu sehen sein, stattdessen werden Gebäude aus Beton, Stahl und Glas in die Höhe wachsen. Die Nutzer der neuen Häuser und Straßen dürften sich kaum vor Augen führen, was sich dort, wo sie stehen, einst befand. Der Mensch neigt nun einmal dazu, seine Werke für dauerhaft zu halten.

          Auf der ehemaligen Galopprennbahn in Frankfurt Niederrad entsteht der Neubau der DFB Akademie. Bilderstrecke
          Die Baustellen der Region : Aus der Vogelperspektive

          Dass man in der Nachbarschaft schon längst wieder mit Abriss und Neubau beschäftigt ist, ändert daran wenig. Aber wer weiß, vielleicht fühlen sich Mitglieder der Fridays-for-Future-Bewegung beim Anblick von Sand unter dem künftigen Pflaster an ihre revoltierenden Großeltern erinnert und nicht nur an Urlaubsstrände.

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