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Blaulicht in Rhein-Main : Sattelschlepper umgekippt - Überfallserie mit auffälliger Krawatte

  • Aktualisiert am

Gelöscht: Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf andere Autos übergreift (Symbolbild). Bild: dpa

In Gründau ist ein Sattelschlepper umgekippt und hat ein Haus beschädigt. Und die Polizei fahndet nach den Komplizen eines verdächtigen Bankräubers, der mit einer auffälligen Krawatte bekleidet Überfälle begangen haben soll.

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          Gründau/Offenbach. Ein Sattelschlepper ist in Gründau (Main-Kinzig-Kreis) umgekippt und hat ein Haus beschädigt. Der Kranarm des mit Holz beladenen Lastwagen traf dabei die Terrasse des Wohnhauses. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei in Offenbach am Freitag mitteilte. Ein Abschleppdienst richtete das Gespann wieder auf. Wie es zu dem Unfall am Donnerstag kam und wie hoch der entstandene Schaden war, war zunächst unklar.

          Hanau. Nach einer Serie von Überfällen und der Festnahme eines Einundzwanzigjährigen weiten die Polizei und die Staatsanwaltschaft Hanau ihre Ermittlungen auf mögliche Komplizen aus. Zeugen hatten nach Banküberfällen jeweils beschrieben, dass der Täter eine auffällige Krawatte „im Stil der 80er Jahre“ getragen habe. Die Hanauer Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei ermittelten daraufhin in einer eigens gebildeten „Arbeitsgruppe Krawatte“. Die Taten hatten sich seit 7. März in Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach und Gelnhausen (alle Main-Kinzig-Kreis) sowie in Fulda ereignet, darunter Überfälle auf eine Tankstelle, zwei Taxifahrer sowie mehrere Bankfilialen, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau am Freitag mitteilten.

          Nach einem weiteren Überfall auf eine Bank im Landkreis Karlsruhe hätten Polizisten dann am 28. Mai einen 21 Jahre alten Verdächtigen festgenommen, der in Untersuchungshaft kam. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen bestehe gegen ihn nicht nur für die Tat in Baden-Württemberg, sondern auch für die Überfälle im Main-Kinzig-Kreis und in Fulda ein Tatverdacht. Der Mann aus dem Raum Fulda habe familiäre Bezüge nach Bad Soden und in den Raum Karlsruhe und derzeit keinen festen Wohnsitz, hieß es. Bei einigen der Überfälle sei er nach derzeitigen Ermittlungen wahrscheinlich nicht alleine vorgegangen, sondern habe noch weitere Komplizen aus dem Raum Fulda gehabt, nach denen nun gefahndet werde. In diesem Zusammenhang sei auch ein schwarzer Audi für die Ermittler von großem Interesse, der mit der Tat am 18. Mai in Gelnhausen in Verbindung gebracht werde. Zeugen wurden gebeten, sich bei der Kripo in Gelnhausen oder der Kriminalwache in Hanau zu melden.

          Seligenstadt. In einer Fahrzeughalle in Seligenstadt (Landkreis Offenbach) ist am späten Donnerstagabend ein Sportwagen in Brand geraten. Wie hoch der Sachschaden ist, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitagmorgen. Nach ersten Erkenntnissen war das Feuer in der Halle auf dem Gelände eines Autohändlers ausgebrochen. Das Gebäude wurde beschädigt, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Fahrzeuge habe die Feuerwehr aber verhindern können. Ob ein technischer Defekt oder Brandstiftung die Ursache ist, sei noch unklar, sagte der Polizeisprecher.

          Darmstadt/Viernheim. Bei einer Kontrollaktion auf mehreren Autobahnen in Südhessen hat die Polizei fünf Menschen festgenommen. Die Beamten überprüften insgesamt 121 Menschen und stoppten 49 Fahrzeuge, wie ein Sprecher der Polizei in Darmstadt am Freitag mitteilte.Dabei wurden acht Ermittlungsverfahren eingeleitet – unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz. Auf der Autobahn 6 bei Viernheim, ging den Fahndern ein 49 Jahre alter Autofahrer ins Netz, der in seinem Wagen sechs Behälter Kokain versteckt hatte. Schwerpunkt des Einsatzes am Donnerstag war den Angaben zufolge die Bekämpfung von Eigentumskriminalität.

          Darmstadt. Fast mit Tempo 50 ist ein aufgeschreckter zweijähriger Araberhengst am Donnerstagabend durch die Darmstädter Innenstadt galoppiert. Erst an der Auffahrt zur A5 gelang es laut Polizei einigen beherzt zupackenden Autofahrern, das ausgerissene Pferd mit ihren auf der Rampe abgestellten Wagen zum Halten zu bewegen, so dass es ergriffen und beruhigt werden konnte. Bis dahin hatte das Tier, das beim Ausführen in Arheiligen ausgebüxt war, innerhalb von zwölf Minuten eine Strecke von fast zehn Kilometern zurückgelegt – und so dafür gesorgt, dass bei der Polizei innerhalb kürzester Zeit 36 Notrufe eingingen. Auf diese Art wurden die Beamten fortwährend über den gerade aktuellen Standort des Flüchtigen auf dem Laufenden gehalten. Bei seinem Ausflug – auf der Frankfurter Straße bis zum Willy-Brandt-Platz und durchs Bahnhofsviertel auf der B26 bis zur Autobahn – erlitt der Ausreißer, der von seiner Besitzerin gegen 21 Uhr mit einem Pferdeanhänger wieder nach Hause gebracht wurde, offenbar einige leichtere Blessuren. Dass durch die wilde Aktion, die den Hengst auf Hauptstraßen einmal quer durch Darmstadt geführt habe, darüber hinaus aber niemand verletzt worden sei, bewertete das Polizeipräsidium Südhessen am Freitag als großes Glück. 

          Mörfelden-Walldorf. Eine Frau hat am Donnerstagnachmittag in Mörfelden-Walldorf bei der Reinigung ihres Badezimmers Chlorgas eingeatmet und musste daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden. Die Frau habe Chlorreiniger und Essig gemischt, dabei sei das Chlorgas entstanden, sagte ein Polizeisprecher. Die Frau habe stark gehustet und sei zur Untersuchung in die Klinik gebracht worden.

          Frankfurt. Ein 62 Jahre alter Mann, der sich als „Reichsbürger“ versteht, ist aufgrund von zwei Haftbefehlen am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte, war der Mann bereits am Mittwoch von der spanischen Insel Gran Canaria aus nach Deutschland eingereist. Einer der Haftbefehle gegen den Zweiundsechzigjährigen war demnach nach einer Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen Betrugs erlassen worden. Den noch offenen Betrag, der sich laut Bundespolizei unter anderem inklusive Pfändungsgebühren auf mehr als 25.000 Euro beläuft, habe er bislang nicht gezahlt. Ein weiterer Haftbefehl bestand den Angaben zufolge, weil der Mann zu einem Prozess gegen ihn wegen des Verdachts auf Fahren ohne Führerschein unentschuldigt gefehlt hatte. Der Mann zeigte seine „Reichsbürger“-Gesinnung laut Mitteilung im Rahmen der Festnahme gegenüber den aufnehmenden Bundespolizisten. So habe er an die Beamten appelliert, dass sie nicht für eine „nicht existente Bundesregierung“ arbeiten dürften. „Reichsbürger“ lehnen die Bundesrepublik als Staat und ihre Behörden ab. Der Zweiundsechzigjährige sei am Donnerstag den Justizbehörden übergeben worden, hieß es.

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