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Schnäppchen-Jäger : Black Friday ist für Hessens Handel Pflichttermin

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Die Frankfurter Einkaufsmeile wappnet sich für den Black Friday. Bild: Maximilian von Lachner

Mit Preisnachlässen läutet der Black Friday das Weihnachtsgeschäft ein. Die Rabattaktion hat innerhalb weniger Jahre auch den hessischen Handel erobert.

          Der Erfolg der aus den USA stammenden Rabattaktionen Black Friday und Cybermonday geht nach Einschätzung des hessischen Handelsverbands zulasten des Winterschlussverkaufs. Dieser werde an Bedeutung verlieren, wenn man die Rabattaktionen vorverlagere, sagte Michael Kullmann, Geschäftsführer des Hessischen Handelsverbands am Donnerstag in Wiesbaden. Offiziell wurde der Winterschlussverkauf zwar 2004 abgeschafft, tatsächlich sind die Schnäppchentage aber noch wichtig für den Handel.

          Doch der Black Friday („Schwarzer Freitag“) am  23. November und der Cybermonday des Onlinehandels am Montag danach haben sich auch in Hessen durchgesetzt. 70 bis 80 Prozent des Einzelhandels beteiligten sich, schätzt Kullmann: „Dem Black Friday und Cybermonday kann sich niemand mehr entziehen.“ Kleine Fachgeschäfte könnten sich keine großen Nachlässe leisten, seien aber trotzdem dabei: „Auch der Kleine nimmt teil, wird aber nicht sein gesamtes Sortiment reduzieren.“

          Rabatte gebe es beim Black Friday auf fast alle Produktgruppen, besonders Textilien und Schuhe, Elektronik und Möbel. Insgesamt rechnet der hessische Handel mit einem guten Weihnachtsgeschäft. Die Erlöse sollen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 8,5 Milliarden Euro steigen. 190 Millionen könnten nach Einschätzung des Verbands durch den Black Friday und den Cybermonday erzielt werden.

          Hessische Verbraucherschützer sehen die Flut der Rabatte mit gemischten Gefühlen: „Wenn man genau hinschaut und die Preise kennt, kann man das eine oder andere Schnäppchen machen“, sagte Peter Lassek von der Verbraucherzentrale in Frankfurt. Die scheinbar massiven Preisnachlässe würden aber auch genutzt, um zu tricksen. Da werde eine falsche oder längst nicht mehr realistische unverbindliche Preisempfehlung genommen, um die Senkung größer wirken zu lassen.

          „Verbraucher sollten sich nicht unter Druck setzen lassen“, erklärt Lassek. Selbst wenn die Preise nach Black Friday und Cybermonday wieder anzögen, rechnet der Verbraucherschützer nicht mit einem Ende der Rabattschlachten: Im Januar werde es den Winterschlussverkauf geben.

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