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„Goethehöfe“ mit Cantate-Saal : „Bitte plant mit Museum und Theater“

  • -Aktualisiert am

Heimstatt: Der Cantate-Saal als Spielstätte für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“ bleibt erhalten Bild: Wohlfahrt, Rainer

Der Architekturwettbewerb für die „Goethehöfe“ samt Wohnanlage und Romantikmuseum in Frankfurt läuft. Der Cantate-Saal als Spielstätte für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“ bleibt erhalten.

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          Eigentlich läuft der Architekturwettbewerb für die „Goethehöfe“ samt Wohnanlage und Romantikmuseum in Frankfurt schon. Die Ausschreibung ist draußen, die Architekten planen, das Preisgericht tagt im März. „Bis dahin muss ein Ergebnis vorliegen“, sagt Frank Junker, Geschäftsführer des städtischen Bauherrn ABG. Bisher waren die Architekten aufgerufen, zwei Varianten für die neue Bebauung des Areals neben dem Goethehaus zu entwerfen: eine ohne und eine mit Erhalt des Cantate-Saals.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das ist nun anders. Die schwarz-grüne Koalition im Rathaus Römer hat sich nicht nur entschieden, die Finanzierungslücke für das Romantikmuseum zu schließen. Auch der Cantate-Saal bleibt langfristig als Spielstätte für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“ erhalten. Die neue Aufgabe lautet: „Bitte plant mit Museum und Theater“, sagt der Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen). Die Architekten hätten nun klare Fixpunkte. Und auch die Spender für das Museum wüssten, dass ihr Engagement nicht vergebens sei.

          „Kulturpolitisch nach vorne blicken“

          „Wir müssen trotz der angespannten Haushaltslage kulturpolitisch nach vorne blicken“, sagte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) gestern auf Anfrage. Mit den jetzt getroffenen Entscheidungen seien kultur- wie städtebaupolitisch Zeichen gesetzt worden. Die einzigartige Chance, ein Romantikmuseum neben dem Goethehaus zu bauen, habe nicht vertan werden dürfen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein erklärt die Entscheidung auch mit der bundesweiten Aufmerksamkeit. „Es hat die Bereitschaft gefördert, dass wir gesehen haben, welchen Stellenwert das Projekt auf Bundesebene hat.“

          Wegen des hohen Spendenaufkommens sei es vertretbar, die noch fehlende „überschaubare Summe“ aus städtischen Mitteln zu decken. Die Ausgaben sollen im laufenden Haushalt eingespart werden, etwa, indem Investitionen aufgeschoben werden. Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der Grünen, spricht von einem Signal dafür, wie wichtig die Koalition die Kultur nehme. „Das Romantikmuseum scheitert nicht an der Stadt.“

          Theaterbetreiber noch offen

          ABG-Geschäftsführer Junker traf die Entscheidung unvorbereitet. „Das ordnet den Architekturwettbewerb völlig neu“, sagte er. Einem Gutachten des Ingenieurbüros Bollinger und Grohmann zufolge sind 4,6 Millionen Euro nötig, um den Saal zu erhalten und in das neue Ensemble zu integrieren. Wer das Theater betreibt, ist noch offen. Als Bauherr tritt die ABG auf, die Höhe der Miete hängt von den Baukosten ab. Junker erwartet, dass Quast das Theater betreibt und für einen nennenswerten sechsstelligen Betrag mietet. Das Romantikmuseum wird mit seiner Adresse wahrscheinlich am Großen Hirschgraben liegen. Ein Baubeginn Mitte 2015 sei realistisch.

          Den Paradieshof in Alt-Sachsenhausen, der ursprünglich als Spielstätte für die Volksbühne vorgesehen und den Sparbemühungen zum Opfer gefallen war, will die Stadt Cunitz’ Sprecher zufolge eventuell als „Haus für Kreative“ mit Ateliers, Ausstellungsraum, Gastronomie und Wohnungen nutzen. Der Versuch, private Gelder für den Paradieshof einzuwerben, sei gescheitert.

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