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Bistum Limburg : Generalvikar: Prüfbericht wird Zukunft von Tebartz nicht klären

  • Aktualisiert am

Skeptisch: „Die Frage, wie es im Bistum und mit dem Bischof weitergeht, wird der Bericht nicht beantworten“, meint Generalvikar Rösch Bild: Frank Röth

Der ausstehende Prüfbericht zur Kostenexplosion beim Bau des Bischofssitzes in Limburg werde noch keine Entscheidung über die Zukunft von Bischof Tebartz-van Elst bringen. Das meint Generalvikar Rösch, der den Bischof vertritt.

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          Der Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch erwartet vom Prüfbericht zur Kostenexplosion am neuen Bischofssitz noch keine Entscheidung über die Zukunft von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der Bericht solle „die Vorgänge und Entscheidungswege zum Bau und zur Finanzierung“ offen legen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

          „Die Frage, wie es im Bistum und mit dem Bischof weitergeht, wird der Bericht nicht beantworten.“ Es gehe um eine Einschätzung der Situation und auch darum, ob der Bischof seinen Dienst „fruchtbar ausüben“ könne. Das sei schwierig zu bewerten.

          Kosten unter der Lupe

          Rösch ist seit fast 100 Tagen Generalvikar in Limburg. In dieser
          Zeit agiert er auch als Stellvertreter des Bischofs, den der Papst Ende Oktober wegen des Skandals um den wenigstens 31 Millionen Euro teuren Bischofssitz eine Auszeit verordnet hat. Von dem Gebäude erhofft sich der Generalvikar, dass es wie geplant einmal ein Ort der Begegnung sein werde.

          Eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission nimmt seit mehreren Monaten die Kosten für den neuen Amtssitz unter die Lupe. Der Bericht wird Ende Januar erwartet.

          „Eine Provokation“

          Rösch hatte zuletzt in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geäußert, es sei noch immer offen, ob Tebartz-van Elst zurückkomme nach Limburg oder nicht. Er verhehlte nicht die Zurückhaltung unter vielen Gläubigen: „Das würden viele als Provokation empfinden und sich zurückziehen, Mitarbeiter genauso wie Gläubige in den Pfarreien“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Rückkehr. Ähnlich hatte er sich schon zuvor geäußert.

          Auf die Frage nach dem Kern des Konflikts meinte Rösch: „Ich glaube, da ist etwa die Frage, wie transparent respektive wie abgeschottet der Bischof bei der Finanzierung seines Wohn- und Dienstsitzes wirklich vorgegangen ist.“

          Dessen ungeachtet hat sich im Bistum auch eine Gruppe formiert, die für den Verbleib des Bischofs eintritt. Diese Gruppe hat in einer Erklärung unter anderem „Protestkatholiken“ gerügt.

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