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Bistum Limburg : Der Ko-Regisseur der Diözese

  • -Aktualisiert am

Soll seine Sache gut machen: Wolfgang Rösch ist zusammen mit Manfred Grohe das Führungsduo in Limburg. Bild: dpa

Seit einem Jahr leitet kein Bischof mehr das Bistum. Wolfgang Rösch steht seitdem in führender Position. Die Zeit dort hat er in drei Phasen eingeteilt. Doch wann die letzte Phase mit neuem Bischof anbricht, weiß auch er nicht.

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          Wolfgang Rösch hat eine eherne Regel: Im ersten Jahr an einer neuen Stelle nie zu fragen, ob sie einem gefällt oder nicht. „Sonst würde ich denen Unrecht tun, zu denen ich gekommen bin“, sagt er. Gelegenheit, sich diese Frage zu stellen, dürfte der Geistliche in den vergangenen zwölf Monaten genug gehabt haben, denn die Aufgabe für ihn als zweiten Mann in der Hierarchie des Bistums Limburg war (und ist) groß: die Diözese nach dem Desaster um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wieder auf die Beine zu stellen.

          Vor einem Jahr wurde Rösch, vormals Stadtdekan von Wiesbaden, von heute auf morgen Generalvikar. Tebartz-van Elst hatte ihn für dieses Amt schon vorgesehen, nur verordnete Rom dem Bischof am 23.Oktober 2013 eine Auszeit und setzte Rösch sofort ins Amt ein. Die „erste Phase“ nennt Rösch die gut fünf Monate als Generalvikar eines Bischofs, der nur noch formell im Amt war.

          Kommunikationsaufwand immens

          Für mehr Ordnung sorgte die Entscheidung Roms, den Amtsverzicht Tebartz-van Elsts anzunehmen und den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe zum Apostolischen Administrator für das Bistum zu machen, dessen ständiger Vertreter Rösch ist. Die „Phase zwei“ begann am 26.März.

          Außer der Neuorganisation vor allem der Finanzverwaltung muss Vertrauen neu aufgebaut werden. „Es ist schon viel passiert, aber es ist ein immenser Aufwand mit viel Kommunikation“, bilanziert der Fünfundfünfzigjährige, dessen Amtsführung allgemein auf Anerkennung stößt.

          Grohe „total angstfrei“

          Zugute kommt Rösch seine Ausdauer auch in schwierigen Prozessen, andererseits würde er gerne noch etwas geduldiger sein können. „Da lerne ich viel vom Apostolischen Administrator, auch in Sachen Präzision.“ Was Rösch überdies an ihm schätzt: „Er ist total angstfrei.“

          Inzwischen war das Limburger Führungsduo, das augenscheinlich gut zusammenarbeitet, zwei Mal zu Gesprächen im Vatikan, zuletzt in dieser Woche. Rom, in dessen Auftrag Grothe und Rösch handeln, will schließlich informiert sein über den Prozess im Bistum.

          Wann die „Phase drei“ beginnt, in der wieder ein vom Domkapitel gewählter und vom Papst ernannter Bischof die Diözese leitet, weiß auch Rösch nicht. Vielleicht gibt es ja bis Herbst 2015 eine Entscheidung. Dann wird auch klar sein, was aus ihm wird. „Ich mache mir darüber nicht so viele Gedanken“, sagt er. Die Gegenwart ist herausfordernd genug.

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