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Bistum Limburg : Barmherzigkeit schließt niemanden aus

  • -Aktualisiert am

Plädiert für Barmherzigkeit: Weihbischof Löhr aus Limburg Bild: dpa

Weihbischof Löhr hat im Dom zu Limburg an die Barmherzigkeit appelliert. Ohne den Namen Tebartz-van Elst zu nennen. Spätestens an Pfingsten werde Tebartz-van Elst wieder in Limburg predigen, meinte ein Besucher nach der Predigt.

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          Die Glocken des Limburger Doms läuten feierlich, als immer mehr Gläubige auf den hölzernen Sitzbänken in der Basilika Platz nehmen. Sie warten auf Weihbischof Thomas Löhr, der zusammen mit ihnen den Zweiten Weihnachtsfeiertag zelebrieren wird. Pünktlich um 10.15 Uhr betreten Löhr, der emeritierte Weihbischof Gerhard Pieschl, Prälat Franz Kaspar, Diakon Bernd Trost und ihre Ministranten den Dom.

          Löhr trägt ein rotes Gewand und seine Bischofsmütze. In seiner linken Hand hält er den Bischofsstab. Während er das Kreuzzeichen mehrmals in Richtung Gemeinde wiederholt, blickt er lächelnd in die Gesichter der Gottesdienstbesucher. Die Lesung handelt heute vom Heiligen Stephanus. Er gilt als erster Märtyrer der christlichen Kirche. Er wollte die Botschaft von Jesus Christus verbreiten und ist dafür gesteinigt worden. Bevor ihn seine Feinde töteten, hat Stephanus Gott um Vergebung ihrer Sünden gebeten. In seiner Predigt greift Löhr die Geschichte auf. Stephanus‘ Aufgabe, den Glauben zu verbreiten, komme auch heute noch der katholischen Kirche zu. Da die Gemeinden immer kleiner würden, liege darin eine besondere Herausforderung.

          Kein Wort zu Tebartz

          Löhr erinnert auch an eine wichtige christliche Tugend, die Barmherzigkeit. Sie schließe niemanden aus, müsse nicht verdient werden und beginne mit der Umkehr des eigenen Herzens, sagt er. Löhrs Repertoire an Gesten ist nicht besonders vielfältig. Mal breitet er die Arme mit den Handflächen einladend nach oben aus, mal dämpfend nach unten. Die Besucher des Gottesdienstes hören ihm aufmerksam zu. Einige nicken zustimmend.

          Auf die Vorgänge um den amtierenden Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, vom Papst derzeit in ein bayerisches Kloster entsandt, geht Löhr nicht ein. Nach seiner Predigt folgt der Gottesdienst dem üblichen Gang: Fürbitten, Gabenbereitung, Vaterunser, Austeilung der Heiligen Kommunion. Nichts erinnert an die letzten Monate, in denen Limburg wegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in die Schlagzeilen geraten ist. Tebartz ist wegen der explodierenden Kosten für den Neubau des Bischofshauses stark kritisiert worden. Gerade in Limburg hatte er viele entschiedene Gegner.

          „Das war nicht christlich“

          Nur am Ende, als Löhr die Gemeinde segnet und für die Bischöfe des Bistums Limburg betet, fällt sein Name, aber die Gesichter der Besucher bleiben regungslos. Das ändert sich erst, als sie freudig „Oh du fröhliche“ anstimmen, bei dem auch die Kinder kräftig mitsingen. Als Abschluss folgt der feierliche Auszug von Löhr und seinen Konzelebranten aus dem Dom. Erst als der Weihbischof nicht mehr zu sehen ist, verlassen auch seine Zuhörer die Kirche.

          Auf dem Domplatz wechseln einige Kirchgänger noch ein paar Worte miteinander. Spätestens an Pfingsten werde Tebartz-van Elst wieder in Limburg predigen, behauptet ein Kirchenbesucher. Er ist der Ansicht, dass die Predigt von Löhr auf den unbarmherzigen Umgang der Medien mit Tebartz-van Elst angespielt hat. Was das geschrieben und gesendet worden sei, sei nicht christlich gewesen, sagt er und verabschiedet sich.

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