https://www.faz.net/-gzg-877q2

Bistum Limburg : Großer Andrang am Tag der offenen Tür

  • Aktualisiert am

Zimmer mit Ausblick. Bei einem Rundgang für Medienvertreter gab es Einblicke in die einstige Privatwohnung des früheren Bischofs Tebartz-van Elst. Bild: dpa

Für einen Tag können sich alle Bürger ohne Voranmeldung den umstrittenen Bischofssitz in Limburg ansehen. Ihre Urteile zur Residenz reichen von „überdimensioniert“ bis „sehr geschmackvoll“.

          1 Min.

          Lange Warteschlange und interessierte Blicke: Zahlreiche Besucher haben am Freitag bei einem Tag der offenen Tür den umstrittenen Limburger Bischofssitz besichtigt. Der Andrang war groß, bereits am Mittag zählte das Bistum etwa 700 Gäste. Deren Urteile zur rund 31 Millionen Euro teuren Residenz reichten von „überdimensioniert“, „Wahnsinn“ bis „nicht protzig, sondern geschmackvoll“.

          „Wir wollten einfach mal sehen, wie die Millionen vergeudet worden sind“, sagte eine Frau aus Frankfurt. Man kenne ja alles nur aus der Zeitung. Eine andere Besucherin betonte, es sei gut, dass das Bistum der Öffentlichkeit Einblicke ermögliche. „Es ist wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen.“

          Schadenersatz-Frage weiter offen

          Die Besucher konnten das Ensemble - bis auf die Bischofswohnung - selbst erkunden. Info-Tafeln standen bereit sowie mehrere Ansprechpartner. Um das Gebäude zu „entzaubern“ hatte das Bistum in der Vergangenheit bereits Führungen unter anderem für kirchliche Gruppen und Medienvertreter angeboten. Mittlerweile finden dort auch Veranstaltungen der Diözese statt. Einen weiteren Tag der offenen Tür soll es in der Residenz am 24. Oktober geben.

          Wegen des Finanzskandals um den neuen Amtssitz, der viel teurer als geplant wurde, sowie Kritik an seinem Führungsstil hatte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im März 2014 seinen Posten auf dem Limburger Domberg verloren. Es gibt noch keinen Nachfolger.

          Auch die Frage, ob Tebartz-van Elst wegen der Kostenexplosion Schadenersatz zahlen muss, ist weiter offen. Das letzte Wort darüber hat Rom. Möglicherweise gibt es darüber bald Klarheit: Nach Angaben eines Sprechers wird Bistumsleiter Manfred Grothe kommende Woche in den Vatikan reisen. Details zu den Gesprächsthemen nannte er aber nicht.

          Weitere Themen

          Hilfe in den Slums von Kalkutta

          German Doctors : Hilfe in den Slums von Kalkutta

          Die Frankfurter Ärztin Ruth Kohl-Munthiu war im Auftrag der German Doctors in Indien. Der Einsatz war für sie bereichernd, aber auch bedrückend.

          Topmeldungen

          Impeachment-Verfahren im Senat : Scheitern mit Ansage

          Gut zwölf Stunden dauerte der erste Tag des Prozesses gegen Donald Trump im Senat. Dabei ging es nur um die Verfahrensregeln. Die Demokraten stellten lauter Änderungsanträge. Die Republikaner schmetterten alles ab.
          Löst das Welthunger-Problem auch nicht: Ein als Ronald McDonald verkleideter Demonstrant fordert an Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums in Davos, „Eat the Rich“.

          Alles Öko? : Tage der Moralisten

          „Öko“ regiert Davos und die Grüne Woche: Alle ächzen unter der moralischen Last der Bewegung, nicht einmal die Biobauern atmen auf. Denn wer die Welt ernähren will, hat es schwer, die höchsten ethischen Standards zu erfüllen.
          Gemütlich zuhause statt in stinkenden Umkleidekabinen – das ist zumindest das Versprechen von Online-Shopping.

          Der Moment … : ... in dem ich beschloss, nie mehr online Kleider zu bestellen

          Kein Stress mehr vor Ladenschluss, keine Demütigung mehr in der Umkleidekabine: Online-Shopping schien für unsere Autorin himmlisch zu sein. In der Kolumne beschreibt sie den Moment, in dem mit den Paketen dann aber die Hölle bei ihr einzog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.