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Bis zu 90 Prozent Kursgewinn : Die besten Aktien aus Rhein-Main 2015

Dabei legt der Gewinn meist noch etwas stärker zu als der Umsatz - so auch im Geschäftsjahr 2014/15, das Ersü kurz vor Weihnachten bilanzierte. Der Umsatz lag schließlich bei 112 Millionen Euro, ein Zehntel höher als Ende 2013/14, der Vorsteuergewinn wuchs um 14 Prozent. Der Gewinn je Aktie legte auf den Bestwert von 3,39 Euro zu. Und die Gewinnmarge stieg um einen Punkt auf 18 Prozent. Anleger lieben solche Geschichten. Zumal der Auftragsbestand zuletzt mehr als 80 Millionen Euro betrug, nach 57 Millionen Euro vor einem Jahr. Mittelfristig will Ersü 150 Millionen Euro umsetzen.

Geld verdient Isra mit Robotersteuerung und Oberflächeninspektion. Der Konzern verknüpft dafür Kameras mit dahinterliegender Software, die etwa Produktionsfehler in Bandstahl, Glasscheiben, Solarzellen und Banknoten erkennt.

Die Digitale

Wie der Spezialsoftware-Hersteller Isra Vision ist auch Syzygy in keinem großen Auswahlindex vertreten. Aber auch abseits von Dax oder SDax lässt es sich für Unternehmen gut leben. Denn über den Erfolg entscheidet das Geschäft - und das läuft für die Syzygy AG mit Sitz in Bad Homburg nach eigenen Angaben erfreulich. Syzygy ist eine internationale Agenturgruppe für digitales Marketing. Zu den Kunden gehören der Autovermieter Avis und die Modemarke Chanel, die Commerzbank und der Autobauer Daimler, der Kräuterlikörhersteller Jägermeister, der Kreditkartenkonzern Vida und auch der Telekommunikationsanbieter Telefónica Deutschland.

Mit ihren Kunden macht die Syzygy-Gruppe offenbar gute Geschäfte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2015 summierten sich Umsätze auf fast 42 Millionen Euro und lagen um 22 Prozent über Vorjahresniveau. Der Konzerngewinn stellte sich auf gut vier Millionen Euro, das waren sieben Prozent mehr. Daraus errechnete sich ein Ergebnis je Aktie von 30 Cent.

Vor diesem Hintergrund will der Vorstand das Gesamtjahr mit Umsätzen von etwa 55 Millionen Euro abschließen, ein Plus von einem Fünftel im Vergleich zu 2014. Der Gewinn je Aktie soll bei rund 40 Cent landen nach 35 Cent vor einem Jahr. Laut Vorstand tragen sämtliche Geschäftssegmente zum Wachstum bei.

Zuletzt ist die Aktie zu etwa 8,80 Euro gehandelt worden, das waren 35 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Trotz des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von sportlichen 22,3, der Käufer zahlt also das 22,3-Fache des Gewinns, halten die Analysten von Warburg Research und jene von Equinet Syzygy für klar unterbewertet. Überdurchschnittlich ist die Dividendenrendite, die, gemessen am Kurs, 4,2 Prozent beträgt.

Der Dauergast

Im vergangenen Jahr hatte die Drillisch AG noch in der Rangliste der besten Aktien aus Rhein-Main vorne gelegen. Dazu hat es diesmal nicht gereicht. Aber mit einem Kursgewinn von gut 30 Prozent folgt der Titel des im TecDax gelisteten Mobilfunkdienstleisters aus Maintal nur knapp hinter den besten sechs; Gleiches gilt für die Deutsche Börse im Dax und die Deutsche Wohnen im MDax. Drillisch ist am Markt seit längerer Zeit mit Marken wie McSim, Maxxim, Hellomobil, Smartmobil und seit diesem Jahr auch Yourfone (vormals im Besitz von Telefónica Deutschland) vertreten. Der Anbieter erwirbt Telefonieminuten und Datenpakete von anderen Netzbetreibern und vertreibt sie unter den eigenen Marken weiter. Das machen die von dem Brüderpaar Paschalis und Vlasios Choulidis geführten Maintaler ziemlich gekonnt und profitabel.

Drillisch steht für einen sagenhaften Aufstieg an der Börse: Seit 2002, als die Aktie bis auf 56 Cent gesunken war, ist der Kurs um gut 6800 Prozent gestiegen. Angesichts der schon hohen Bewertung zu Jahresbeginn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29 ist das zu Ende gehende Jahr deutlich holpriger verlaufen als etwa 2014. Dennoch scheinen Anleger Drillisch weiterhin eine Menge Wachstum zuzutrauen; anders ist das aktuelle hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 42 kaum zu deuten. Und erst kurz vor Weihnachten hat der Vorstand die Prognose für den operativen Gewinn angehoben. Die Dividendenrendite von 4,6 Prozent ist klar überdurchschnittlich.

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