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Noch bis 2025 geöffnet : Karstadt an der Frankfurter Zeil schließt vorerst nicht

Bleibt noch ein bisschen: die Karstadt-Filiale an der Zeil in Frankfurt Bild: Aders, Hannah

Die Karstadt-Filiale an der Frankfurter Zeil wird doch noch nicht geschlossen. Bis 2025 bleibt das Warenhaus geöffnet. Darf Signa dafür ein Hochhaus bauen?

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          Das Karstadt-Haus an der Zeil in Frankfurt wird nun doch nicht noch in diesem Herbst geschlossen. Wie die Gewerkschaft Verdi am Freitag mitteilte, soll es bis Januar 2025 geöffnet bleiben. Die neuen Verträge zwischen dem Mieter des Hauses, der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH, und dem Vermieter, der Sahle Wohnen GmbH, seien zwar noch nicht unterschrieben, doch sei es „wohl gewiss“, dass es für die Filiale in der Frankfurter Innenstadt eine Perspektive gebe, heißt es in der Mitteilung weiter.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Gewerkschaft hebt das Engagement des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) für den Erhalt der Filiale hervor sowie die „flankierenden Initiativen“ des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und von Politikern der Landtagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und Linke. Ihnen allen sei es gelungen, einen „offensichtlich tragfähigen Kompromiss“ zu erzielen.

          In dem Karstadt-Haus hatte schon der Ausverkauf begonnen. Es werde jetzt darauf ankommen, die Stimmung unter den 240 Beschäftigten zu wenden, heißt es in der Mitteilung von Verdi weiter. Sie hätten in den vergangenen Monaten zusammen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft für den Erhalt gekämpft. Unterdessen gehen die Überlegungen für eine andere Nutzung des zentral gelegenen Areals an der wichtigsten Einkaufsstraße Frankfurts weiter.

          Wie die Stadt mitteilt, hat sie mit Galeria Karstadt Kaufhof und deren Eigentümerin Signa eine Vereinbarung geschlossen, die auch weitere Liegenschaften betrifft. So soll die Verkaufsfläche des Kaufhofs an der Hauptwache in das Nachbargebäude „Upper Zeil“ erweitert werden. Außerdem soll das bisher von der Sportarena genutzte Gebäude neben der Katharinenkirche durch ein neues Wohn-, Büro- und Geschäftshaus ersetzt werden, das im Erdgeschoss zum Friedrich-Stoltze-Platz hin geöffnet wird. An der Kreuzung Kleiner Hirschgraben/Katharinenpforte soll es eine gastronomische Nutzung geben.

          Schließlich war auch das Areal Opernplatz 2 Gegenstand der Verhandlungen. Wie die Stadt mitteilt, liege das Grundstück im Untersuchungsgebiet für den neuen Hochhausrahmenplan. Josefs Sprecher betont, man habe Signa nicht zugesagt, dass an dieser Stelle tatsächlich ein Hochhaus ermöglicht wird. Wie für alle Grundstücke in diesem Gebiet werde aber auch für diesen Standort geprüft, ob ein Hochhaus städtebaulich begründbar und eine Verschattung der heute nicht verschatteten Teile des Opernplatzes ausgeschlossen ist.

          Für die Karstadt-Mitarbeiter an der Zeil seien betriebsbedingte Kündigungen für vier Jahre und vier Monate weitgehend ausgeschlossen worden. Die bereits im Zuge des Schutzschirmverfahrens ausgesprochenen Kündigungen würden zurückgenommen.

          „Wir konnten wesentliche wirtschaftliche Rahmenbedingen für unsere Filiale anpassen und freuen uns daher sehr, das Haus weiter fortzuführen. Der Erhalt der Filiale ist das Ergebnis einer tollen Teamleistung“, sagte Miguel Müllenbach, Vorstandsvorsitzender von Galeria Karstadt Kaufhof. Gemeinsam mit dem Vermieter Sahle habe sich das Team rund um den Geschäftsführer von Galeria Karstadt Kaufhof für den Standort eingesetzt und bis zuletzt auf eine ökonomisch tragbare Lösung hingearbeitet. Auch die Frankfurter Politik habe großen Anteil an der positiven Entwicklung.

          „Mit dieser Laufzeitgarantie für Karstadt an der Zeil werden nicht nur Arbeitsplätze bei Karstadt gesichert, sondern wir können auch für den Block zwischen Zeil, Brönnerstraße und Schäfergasse ein nachhaltiges Zukunftskonzept entwickeln“, sagte Planungsdezernent Josef, der auf Seiten der Stadt die Verhandlungen geführt hat. Er sei froh, dass in der Innenstadt Arbeitsplätze gesichert werden konnten. Die Beschäftigten wären sonst in der aktuellen Krise aller Voraussicht nach arbeitslos geworden.

          Um den Wandel der Innenstadt zu steuern, will die Stadt einen Rahmenplan für die nördliche Zeil erarbeiten und zügig in Gespräche zur weiteren Entwicklung des Karstadt-Grundstücks einsteigen. „Am Opernplatz und an der Hauptwache haben wir bereits konkrete Nutzungen im Blick, auch um weiteren Leerstand zu vermeiden“, meint Josef.

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