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Biogas aus Mais und Gülle : „Wie eine große Kuh“

  • -Aktualisiert am

Auf Kontrollgang: Landwirt Harald Roloff ist zugleich Betriebsleiter der Biogasanlage in Altenstadt. Bild: Schildwächter, Sandra

100 Landwirte liefern Rohstoffe für eine der größten Biogasanlagen in Hessen. Maispflanzen werden in Altenstadt in der Wetterau mit Hilfe von Gülle vergoren, damit Methangas und Strom gewonnen wird.

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          Wer das umzäunte Gelände der Biogasanlage am Rande von Altenstadt nahe der Autobahn 45 betritt, dem fällt der leicht säuerliche Geruch auf, der in der Luft schwebt. Von Gestank kann allerdings keine Rede sein. Die nächste Wohnbebauung liegt 800 Meter entfernt. Harald Rohloff und seine Tochter Tatjana kümmern sich zusammen mit einem Angestellten rund um die Uhr um den Betrieb der vollautomatischen Anlage auf einer Fläche von vier Hektar. Die zentralen Daten können sie von überall mit dem Smartphone abrufen. Der Vollerwerbslandwirt hält etwa 70 Milchkühe und bewirtschaftet 110 Hektar, ist nach eigener Aussage aber auf den Nebenjob angewiesen, weil das Haupteinkommen nicht ausreicht.

          An Biosgasanlagen scheiden sich die Geister. Während Naturschützer und das Umweltbundesamt sie ablehnen, die Entstehung von Monokulturen beklagen und vor Gefahren wie tödlichen Unfällen und „Gülle-Tsunamis“ aus geplatzten Leitungen warnen, würdigt sie die Bundesregierung in der jüngsten Fortschreibung ihres Klimapakets als Beitrag zur Energiewende, der erhalten werden soll. Der Präsident des Fachverbands Biogas sagt, die Hälfte der bereitgestellten erneuerbaren Endenergie gehe auf das Konto von Biogasanlagen. Unbestritten ist, dass sie unabhängig von Wind und Sonnenschein und damit grundlastfähig sind.

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