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Tristesse am Main : Bilder vom Frankfurter Winter

Bäume dienen in den Anlage eines Ruderclubs in Fechenheim einem schnöden Zweck. Bild: Bafile, Carlos

Der Winter präsentiert sich von seiner kühlen und grauen Seite am Main. Doch die verlassenen Dinge und das träge fließendes Wasser entfalten ihren ganz eigenen melancholischen Reiz.

          Kühl, kahl, karg: Der Frankfurter Winter entfaltet auch am Main seine Trostlosigkeit, wo sich Bäume und Sträucher unbelaubt zum weißgrauen Himmel recken, während der Blick des Spaziergängers, dem die Feuchtigkeit in die Knochen fährt, auf zurückgelassene, aber offenbar für eine künftige Wiederverwendung gedachte Objekte fällt. Einsamer nie als im Januar steht das Boot auf dem Trockenen, prangt das Schild am Baumstamm, liegt die Schaumstoffmatratze hinter dem Mäuerchen, und die an einem Pfahl befestigten Plastikstühle sowie andere Sitzgelegenheiten zeugen müde und matt von Anglern, die sonst hier verharren, um Karauschen, Welse oder Nasen zu fangen.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Jetzt aber tragen die Dinge am Ufer ebenso wie die Boje auf dem Fluss, die festgekettet auf der Stelle schwimmt, zu einer Tristesse bei, der beim besten Willen kein ästhetischer Mehrwert abzugewinnen ist. Bleibt nur das fließende Wasser, dessen Symbolik sich niemand entziehen kann, es strömt ewig weiter, da ist kein Stillstand, und das lässt hoffen. Auch wenn es etwas für sich hätte, wenn Eisschollen auf dem Strom trieben, wie es einst Max Beckmann dargestellt hat, und man im Frühling tatsächlich einmal sagen könnte, der Main sei „vom Eise befreit“. Nach einem klirrenden Winterzauber.

          Warten auf bessere Zeiten: Wassergefährt auf einem Bootsparkplatz an der Mainfeldstraße in Niederrad.

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