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Bigband des HR : Jazz trifft Club

  • -Aktualisiert am

Aus allen Röhren: Bigband des Hessischen Rundfunks Bild: HR/Sascha Rheker

Die Bigband des Hessischen Rundfunks führt eine Suite des Komponisten Christian Elsässer auf. Leonhard Kuhn steuert elektronische Beats dazu bei.

          Christian Elsässer liebt gutgemachte Volksmusik. „Mein Opa mütterlicherseits spielte Akkordeon in einer Band, das war die erste Musik, mit der ich in Berührung kam“, erzählt der preisgekrönte Pianist und Komponist – 2012 wurde er mit dem Jazz-Echo ausgezeichnet – von seiner musikalischen Sozialisation. Sein Einstieg in die Welt des Jazz war eine Schallplatte mit Boogie-Woogie-Musik von Jerry Lee Lewis, die ihm im Alter von sieben Jahren in die Hände fiel. Damals hatte er gerade mit Klavierunterricht begonnen. Mit 13 Jahren fing Elsässer an, sich für Bigband-Sound zu begeistern. „Große Ensembles haben auf Zuhörer immer eine enorme energetische Kraft“, schwärmt der mittlerweile Fünfunddreißigjährige.

          Von dieser Wirkung kann man sich nun am eigenen Leib überzeugen: Am 16. Februar führt die Bigband des Hessischen Rundfunks unter dem Titel „What’s Next? Electro Meets Acoustic Music“, zusammen mit der Sängerin Veronika Zunhammer und dem Elektromusiker Leonhard Kuhn, Elsässers „The Mirror Suite“ auf. „Für Clubgänger, die gerne elektronische Musik hören, könnte unser Konzert ein guter Einstieg in die Welt des Bigband-Jazz sein“, glaubt der Komponist. Seine Zusammenarbeit mit der Bigband des Hessischen Rundfunks begann 2010. Die Band hatte damals einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben, den Elsässer gewann.

          Fest in der Clubszene verwurzelt

          Leonhard Kuhn, der bei der „Mirror Suite“ den elektronischen Part übernimmt, ist kein klassischer DJ, sondern ebenso wie Elsässer studierter Jazzmusiker. Die beiden kennen sich seit Jahren aus der Münchener Szene. Als Chefkomponist der „Jazzrausch Bigband“, der Hausband im angesagten Münchner Technoclub „Harry Klein“, ist Kuhn fest in der Clubszene verwurzelt. Sein Instrument auf der Bühne des HR-Sendesaals sind elektronische Percussions, eine Erweiterung des Schlagzeugs. Über einen Sequenzer kann Kuhn Töne loopen, Filter und Effekte hinzufügen oder Frequenzen verändern.

          Elsässers „Mirror Suite“ besteht aus sieben musikalischen Sätzen, wobei der vierte Satz eine Art Spiegelachse bildet. Ab der Mitte des Stücks kehren alle Motive, die anfangs eingeführt wurden, in umgekehrter Reihenfolge zurück. „Das Spiegelthema hat für mich auch eine philosophische Komponente“, erklärt Elsässer. „Es geht um die Frage nach künstlerischer Identität“. Einigen Teilen des Werks liegt ein Four-on-the-Floor-Groove zugrunde, wie er für Housemusik typisch ist. An einer Stelle hat Elsässer ihn mit afrikanischen Rhythmen verknüpft: „Ich mag es, wenn durch vermeintliche Monotonie eine Art Trancezustand entsteht. Die Kunst liegt darin, einen Spannungsbogen zu erzeugen, indem man Kleinigkeiten am Sound verändert, kurz bevor sich Langeweile einstellt“, sagt er. Aber auch Einflüsse von klassischen Komponisten wie Alban Berg und Olivier Messiaen finden sich in seiner Suite. Elsässer hat neben Jazzpiano auch klassische Komposition studiert. Er sagt, es sei ihm wichtig, nicht in Schubladen zu denken.

          WHAT’S NEXT? ELECTRO MEETS ACOUSTIC MUSIC

          16. Februar, 20 Uhr, Frankfurt, HR-Sendesaal

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