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„Bierkönig“ Bruno H. Schubert : Ein Männerleben

  • Aktualisiert am

Ein Bild aus guten Tagen: Bruno H. Schubert auf der Terrasse seines Frankfurter Hauses Bild: Wolfgang Eilmes

Bruno H. Schubert war eine schillernde Persönlichkeit. Peter Lückemeier hat ein Hörfunk-Feature über Schubert zusammengestellt. Hier einige Auszüge im Original-Ton.

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          Bruno H. Schubert war eine schillernde Persönlichkeit. Der Frankfurter Ehrenbürger vernetzte als Gastgeber an seinem Tisch die halbe Stadt, er half zahlreichen Menschen, aber er hinterzog auch Steuern und führte ein bewegtes Privatleben. Peter Lückemeier hat ein Hörfunk-Feature über Schubert zusammengestellt, das auf der Kulturwelle HR2 des Hessischen Rundfunks ausgestrahlt worden ist. Hier einige Auszüge im Original-Ton:

          Ein Männerleben

          Hildegard Becker-Toussaint

          Man wusste auch gar nicht, welche Zeitungen er las. Man dachte irgendwie, er las nur die „Bild“-Zeitung. Das war nicht der Fall, er las die F.A.Z. und das „Handelsblatt“.

          Heinz Smely

          Aber eines muss ich sagen: Bruno hat gesagt: um halb acht, Einladung zum Beispiel Abend. Bitte, 19 Uhr 30. 19 Uhr 30 war wichtig, ja? Nicht später, weil das hat er nicht gerne gehabt, wenn man also dann um 20 Uhr gekommen ist.

          Hanns Peter Nerger

          Mein Vater war eigentlich sehr gut informiert, auch über das, übers Wirtschaftsgeschehen ohnehin, aber auch über das politische Geschehen. Die Quellen, die er hatte - er guckte ja keine Tagesschau oder irgend so was -, war also die Tageszeitung und eben seine unglaubliche Kommunikationsebene zu Personen. Da bekam er das Neueste mit. Er war ja ein großer Telefonierer auch. Und wenn ihn was interessierte, rief er dann jemanden an, und zwar nicht irgendjemanden, sondern dann die Quelle und war also dadurch eigentlich stets gut informiert.

          Hanns Peter Nerger

          Was ihn nicht so interessiert hat, war Kultur. Er ging ja mal jahrelang a) zu den Salzburger Festspielen und auch zu Wagner-Festspielen nach Bayreuth. Da sag ich: „Sag mal, da sitzt du vier Stunden, was machst du denn da eigentlich?“ Sagt er: „Ach, ich hab was ganz Tolles.“ Dann holte er raus einen Kugelschreiber, der ein Lämpchen vorne drin hatte. Und während die da oben rumträllerten auf der Bühne, schrieb er sich also Memo-Zettel. Er schrieb ja dann auch schon in frühen Zeiten immer alles auf, was zu erledigen war, und sei es auch nur den Speiseplan für die nächste Woche.

          Helga Loew

          Speiseplan hat er zum Beispiel immer festgelegt, nie die Frau Schubert, immer er.

          Petra Roth

          Er war schon ein Grandseigneur, er war schon ein eleganter, charmanter, liebenswürdiger, hilfsbereiter Mann und ein Versteher.

          Susan Schubert

          Er hat Tiere geliebt. Er hat alles für die getan. Die Natur geliebt, dieser Bruno-H.-Schubert-Preis ist wirklich ’ne tolle Einrichtung.

          Anne-Marie Steigenberger

          Als ich nach Frankfurt kam, war er nur der Lebemann.

          Asfa-Wossen Asserate

          Ich kenne viele, viele Menschen, die er geholfen hat. Ich kenne viele Leute, die er gerade, als sie noch hoffnungslos waren und nicht mehr wussten, was sie mit sich selber anfangen sollten, wo er ihnen zu wunderbaren Ärzten vermittelt hat.

          Helga Loew

          Er war ein sehr gut aussehender Mann und hat sehr auf Figur geachtet. Ist jeden Morgen um halb sieben ausgeritten - egal, ob Regen oder Sonne. Halb sechs ist er aufgestanden.

          Hanns Peter Nerger

          Wir haben immer Sonntags morgens um sieben telefoniert.

          Hildegard Becker-Toussaint

          Und um halb sieben war es dann am Sonntag eben für ihn auch schon recht spät. Und dann rief er dann manchmal doch liebe Freunde an. Darüber hat man sich nicht so gefreut.

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