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Frankfurter Bibelhaus : Wie Jesus lebte

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Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt: Das Bibelhaus zeigt spielerisch Einblicke in die Bibelgeschichte. Bild: Bibelhaus

Das Frankfurter Bibelhaus lädt nicht nur zur Osterzeit zu spannenden Entdeckungstouren ein. Spielerisch können Besucher einiges über die Entstehungsgeschichte der Bibel und die Lebenswelten des Alten und Neuen Testaments erfahren.

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          Wann genau lebte Jesus eigentlich? Was bedeuteten die Palmenzweige, unter denen er am Palmsonntag in Jerusalem eingezogen sein soll? Wieso waren die Fische aus dem See Genezareth für die ersten Christen nicht nur als Speise so wichtig? Und was hatte die Bibel schon vor 500 Jahren mit der Buchstadt Frankfurt zu tun? Solche und viele andere Fragen werden im Bibelhaus Erlebnis-Museum beantwortet. Auch wer dem Buch der Bücher skeptisch gegenübersteht oder einer anderen als der christlichen Religion angehört, findet hier eine spannende Einführung in die Entstehungsgeschichte der Bibel und die Lebenswelten des Alten und Neuen Testaments.

          Den Zusatz Erlebnis-Museum trägt das Institut in einer 2003 entweihten Kirche am Ende der Metzlerstraße dabei durchaus zu Recht: Anfassen, mitmachen, ausprobieren – all das spielt hier eine große Rolle. So kann man in einem mit orientalischen Teppichen ausgelegten Nomadenzelt nicht nur unterkriechen, sondern auch Körner zwischen historischen Mahlsteinen zerreiben. Gäste dürfen auch jederzeit die wunderschöne Bansa-Bilderbibel aus dem Jahr 1746 an einem großen Bildschirm Seite für Seite durchblättern, verschiedene historische Schriftarten nachschreiben oder einen Druckbogen mit Psalmen wie zu Gutenbergs Zeiten zu einer kleinen „Bib-lia“ falzen, heften und mitnehmen.

          Funde wecken Entdeckerfreude

          „Wir wollen andere Zugänge eröffnen, zum Nachdenken einladen“, erläutert Veit Dinkelaker das Prinzip des Hauses und fügt hinzu, „auch und gerade für Besucher aus anderen Kulturkreisen.“ Ja, auch kostbare historische Bibeln aus vielen Jahrhunderten können die Besucher entdecken, dazu rund 300 Grabungsfunde aus Israel, die das Leben rund um den See Genezareth zu Zeiten von Jesus anschaulich machen.

          Vor allem aber wecken diese Funde die Entdeckerfreude, die Neugierde und laden zum Nachmachen ein: das große, begehbare Fischerboot, nachgebaut denen, die vor etwa 2000 Jahren auf dem See Genezareth genutzt wurden, der Brunnen, an dem man ein 20-Kilo-Gewicht hochzieht, um zu fühlen, wie schwer das Wasserholen damals tatsächlich war. Eine Nachbildung einer Druckerpresse aus dem 16. Jahrhundert, um eine Bibelseite zu drucken, oder die vielen Klappen im „Tisch der Geldwechsler“, unter denen sich Münzen aus der Zeit von Kaiser Augustus befinden.

          Dass das Bibelhaus auch Informationen für Gäste bereithält, die an vertieften Kenntnissen und wissenschaftlicher Forschung zur Bibel und ihrer Entstehung interessiert sind, belegt auch eine Kooperation mit dem Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität und macht den Besuch für alle Altersstufen lohnenswert. Da geht es zum Beispiel um einen Fersenknochen aus einem antiken Grab, der tatsächlich noch von einem schweren Nagel durchbohrt ist – der einzige, tatsächlicher Beleg für eine antike Kreuzigung, den die Forschung kennt.

          Dieser Beitrag entstammt der Kultur- und Freizeitbeilage, die jeweils donnerstags mit der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. erscheint.

          Bibelhaus

          Das Bibelhaus befindet sich in der Metzlerstraße 19 und hat Dienstag bis Samstag von 10 bis 17, Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dienstags und Sonntags finden Familienführungen statt, weitere Termine und Themen unter www.bibelhaus-frankfurt.de.

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