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Bewegungen und Sinnesreize : Das Hirn schaut voraus

Kopfbedeckung: Hauben mit Elektroden zur Messung von Hirnströmen Bild: dpa

Menschen können die Bewegungsrichtung sehr schnell anpassen, unabhängig von ihrer Aufmerksamkeit. Das hat eine Marburger Forschungsgruppe herausgefunden.

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          Das menschliche Gehirn nimmt Änderungen der eigenen Bewegungen wahr, noch bevor diese ins Bewusstsein dringen. Das versetzt Menschen in die Lage, die Bewegungsrichtung falls nötig sehr schnell anzupassen, und zwar unabhängig von der Aufmerksamkeit. Zu diesem Ergebnis ist eine Marburger Forschungsgruppe aus der Neurophysik durch Experimente mit menschlichen Versuchspersonen gelangt.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wissenschaftler maßen dafür Hirnströme und achteten besonders auf Reaktionen, die Sinnesreize anzeigen, ehe diese ins Bewusstsein dringen. Damit folgten sie der Hypothese, wonach visuell basierte Steuerung ultraschnell und unabhängig von der Aufmerksamkeit verarbeitet wird. Das Team präsentierte den Versuchsteilnehmern ein zufälliges Muster aus Punkten, das den Betrachtern vorspiegelte, sie würden sich durch einen Raum bewegen. Obwohl die Forscher die Aufmerksamkeit der Probanden ablenkten, fanden sie ein starkes Hirnstrom-Signal für abweichende Eigenbewegung.

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