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Betriebsschließung geplant : Proteste bei der Walter AG

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Protest: Mitarbeiter kämpfen gegen die geplante Schließung des Standorts Frankfurt-Rödelheim. Bild: Carsten Witkowski/IG Metall

Die Verhandlungen über die Betriebsschließung des Werks der Walter AG am Standort Frankfurt-Rödelheim laufen. Die Mitarbeiter wollen gemeinsam mit IG Metall für den Erhalt des Standorts kämpfen.

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          Die Belegschaft sei „stocksauer“, beschrieb Michael Erhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, die Stimmung bei der Walter AG. Von den rund 200 Mitarbeitern des Unternehmens, haben zirka 100 mit Gewerkschaftersvertretern am Donnerstagmorgen in Frankfurt-Rödelheim gegen die angekündigte Schließung des Standorts demonstriert. Die Mitarbeiter des früheren Traditionsunternehmens Günther & Co. würden zusammenhalten in der Auseinandersetzung mit der Unternehmensführung, rief Erhardt den Demonstranten zu.

          Die Produktion von Bohrwerkzeugen soll nach Frankreich, China und in die Vereinigten Staaten verlagert werden. Die Kosten dafür würden 36,5 Millionen Euro betragen. Dennoch rechnet das Unternehmen mit jährlichen Einsparungen in Höhe von 11 Millionen Euro. Die vorgelegten Kalkulationen für die geplante Ergebnisverbesserung würde die Gewerkschaft sehr genau auf ihre „Plausibilität“ prüfen, kündigte Erhardt an. Thomas Diener, Betriebsratsvorsitzender der Walter AG, äußerte sein Unverständnis, dass ein Unternehmen „die hochprofitable Produktionsstätte, die sogar in wirtschaftlichen Krisenzeiten Gewinn gemacht hatte“, aufgeben wolle.

          Begehrter Standort

          Deshalb vermuten die Arbeitnehmervertreter hinter dem Vorhaben finanzielle Interessen des schwedischen Mutterkonzerns Sandvik AB, dem die Walter AG angehört. Es gebe laut Diener umsatzschwächere Standorte, die aus konzernpolitischen Gründen gehalten würden. Das Grundstück in Frankfurt-Rödelheim dagegen sei begehrt und könnte für viel Geld veräußert werden.

          Die hessischen Bundestagsabgeordneten der Linken, Achim Kessler und Jörg Cezanne waren am Donnerstag zum Werk gekommen. Sie zeigten sich solidarisch mit den Mitarbeitern und forderten die Unterstützung der Stadt Frankfurt, für den Erhalt des Standorts eines bedeutenden Vertreters der deutschen Werkzeugindustrie zu kämpfen.

          In der nächsten Woche beginne laut IG-Metall-Vertreter Erhardt eine Informationsphase, in der unter anderen die Personalleiterin der Walter AG und der Verantwortliche für die Produktionsverlagerung dem Betriebsrat und den Gewerkschaftern dringende Fragen beantworten sollen. Insbesondere ginge es darum, die betriebswirtschaftlichen Gründe darzulegen, anhand derer die Schließung des Standorts beschlossen worden sei. Die Unternehmensführung hätte zudem mitgeteilt, dass Alternativen geprüft worden seien, jedoch nicht näher ausgeführt, wie diese aussehen könnten. Sollte der Standort trotzdem geschlossen werden, gelte es, einen Sozialplan für die Mitarbeiter auszuarbeiten.

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