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Betriebskonzept : Bau des Frankfurter Romantikmuseums sicher

Die Erweiterung des Goethehauses durch das Romantikmuseum auf dem Areal des Börsenvereins ist gesichert : Das Land Hessen sichert seine Unterstützung zu. Bild: Eilmes, Wolfgang

Die Finanzierung des Romantikmuseums in Frankfurt ist gesichert. Das Land Hessen beteiligt sich an der Errichtung des vom Goethehaus geplanten Ausstellungsgebäudes.

          Bisher hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) keine Möglichkeit für eine finanzielle Unterstützung des Plans gesehen, auf dem Grundstück neben dem Goethehaus einen Erweiterungsbau für dessen umfangreiche Romantiksammlung zu errichten. Damit wäre der Bau unmöglich geworden. Die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt hatte vereinbart, sich nur dann an den Baukosten zu beteiligen, wenn entsprechende Beiträge der anderen Zuwendungsgeber des Goethehauses gesichert seien; Stadt, Land und Bund finanzieren seinen Haushalt zu jeweils einem Drittel.

          Florian  Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun heißt es in einer mit der Landesregierung abgestimmten Erklärung der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), die drei Partner wollten gemeinsam die Chance nutzen, eine für die deutsche Geistesgeschichte besonders bedeutende Epoche an historischem Ort zu präsentieren. „Ich bin sehr froh, dass meine intensiven Gespräche mit Staatsminister Bernd Neumann und Ministerpräsident Volker Bouffier zu ersten erfreulichen Ergebnissen geführt haben.“ Regierungssprecher Michael Bußer (CDU) sagte, Bouffier unterstütze das Vorhaben, die Frankfurter Museumslandschaft durch den Bau des Romantikmuseums zu bereichern. Neumann (CDU), der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, hatte seine Bereitschaft, sich um Bundesmittel zu bemühen, schon früh signalisiert, eine Zusage dem Vernehmen nach aber stets vom Engagement des Landes abhängig gemacht.

          Zuversichtlich um ein gutes Ergebnis der geführten Gespräche

          Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Goethehauses, sagte, sie habe lange auf ein Signal aus Wiesbaden gewartet. Sie freue sich darüber, dass der grundsätzlich positiven Einschätzung des Projekts, die der Ministerpräsident ihr gegenüber von Anfang an geäußert habe, nun Taten folgten.

          Das Volkstheater soll in das Turmpalastareal (siehe Bild) umziehen.

          Die Kosten für die Errichtung des Museums werden auf insgesamt 16 Millionen Euro geschätzt. Wie Stadt, Land und Bund will auch das Goethehaus ein Viertel dieses Betrages aufbringen, muss ihn allerdings über Stifter einwerben. Bohnenkamp sagte, sie stehe weiterhin in Gesprächen mit einer Frankfurter Stiftung und einem Frankfurter Unternehmen. Beide haben sich dem Vernehmen nach dazu bereit erklärt, zusammen den Hochstiftanteil in seiner gesamten Höhe zu finanzieren. Bohnenkamp sagte, sie sei zuversichtlich, dass die Gespräche zu einem guten Abschluss kommen würden. In nächster Zeit werde sie darüber hinaus ein Betriebskonzept für das Museum erstellen.

          Mögliches neues Areal der Deutschen Akademie

          Nach Bohnenkamps Angaben will das Land die für den Museumsbau vorgesehenen Mittel möglichst noch in den Haushalt für das Jahr 2013 einstellen. So heiße es in einem Brief der Staatskanzlei an den Verwaltungsausschuss des Goethehauses. Für welche Haushaltsjahre die Stadt Planungsmittel und Investitionsausgaben in ihren Budgetentwürfen veranschlagen will, war gestern noch nicht klar.

          Das Romantikmuseum soll sich, vom Großen Hirschgraben aus gesehen, linker Hand an das Goethehaus anschließen. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG, die das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor kurzem geräumte Areal entwickelt, plant dazu in Kürze die Auslobung eines beschränkten Architektenwettbewerbs. Er umfasst neben dem Museum die Bebauung des restlichen Grundstücks mit den für eine kulturelle Nutzung vorgesehenen „Goethe-Höfen“. Durch den Schwenk des Landes steigen die Chancen, dass sich dort auch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ansiedelt. Ihr Präsident Heinrich Detering hatte vor kurzem bekräftigt, dass die Akademie sich einen Umzug von der Darmstädter Mathildenhöhe neben Goethes Geburtshaus und ein Museum der deutschen Romantik gut vorstellen könne, sollte das Projekt wie geplant zustande kommen.

          Das Goethehaus lagert in seinen Kellern die umfangreichste Sammlung von Nachlässen deutscher Romantiker auf der Welt. Sie ist seit 1911 entstanden. Es besitzt darüber hinaus Gemälde, Skulpturen, eine graphische Sammlung von mehr als 15.000 Objekten und zahlreiche Alltagsgegenstände aus dem Leben von Dichtern und Schriftstellern, die bisher nur zum Teil gezeigt werden können. Seit 1863 wird das Goethehaus vom kurz zuvor gegründeten Freien Deutschen Hochstift betrieben. Seit drei Jahren benennt sich der Verein nach seinem Sitz.

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