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Bethanien-Krankenhaus Frankfurt : 250 Frauen erhielten PIP-Brustimplantate

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Ein Brustimplantat des skandalbehafteten Herstellers PIP, dessen Produkte auch in Frankfurt verwendet wurden Bild: REUTERS

In einer Frankfurter Klinik dürften 250 Frauen mangelhafte Brustimplantate aus Frankreich erhalten haben. „Wir sind sehr betroffen, dass trotz behördlicher Zulassung minderwertige Implantate in den Vertrieb gelangen konnten.“

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          Im Frankfurter Bethanien-Krankenhaus haben 250 Frauen möglicherweise schädliche Brustimplantate erhalten. Die Implantate aus ungeeignetem Industriesilikon der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) seien den Patientinnen in den Jahren 2000 bis 2006 in der ehemaligen Belegabteilung Plastische Chirurgie eingesetzt worden, teilten die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken am Dienstag mit. Das Unternehmen Rofil Medro GmbH habe das Material von PIP für seine Implantate verwendet, die in Frankfurt verwendet wurden. Wegen der möglichen gesundheitlichen Gefährdung der Rofil-Brustimplantate sei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt worden.

          Nach Angaben des Wiesbadener Gesundheitsministeriums waren bisher 70 PIP-Fälle in Hessen bekannt. Das habe eine erste Befragung von Ärzten und Kliniken im Land ergeben, sagte eine Sprecherin. Möglicherweise werde die Zahl noch steigen, denn es seien inzwischen mehr Mediziner angeschrieben worden. Die Zahl der bundesweit betroffenen Frauen ist nicht bekannt, Schätzungen gehen von mehreren Tausend aus.

          Wir sind sehr betroffen“

          „Implantate der Firma Rofil Medro GmbH galten seinerzeit als Markenprodukt und verfügten über das europäische CE-Siegel und waren somit als Medizinprodukt in Deutschland anerkannt und zugelassen“, sagte Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der Agaplesion-Kliniken laut Mitteilung. „Wir sind sehr betroffen, dass trotz behördlicher Zulassung minderwertige Implantate in den Vertrieb gelangen konnten.“

          Derzeit würden alle Patientinnen identifiziert, die möglicherweise ein Implantat aus Industriesilikon erhalten haben. Sie werden angeschrieben und gebeten, sich mit dem Krankenhaus in Verbindung zu setzen. Betroffenen werde angeboten, die Implantate entfernen zu lassen. Die Kosten der Entfernung trage die Krankenkasse. Die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken betreiben in Frankfurt drei evangelische Krankenhäuser.

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