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Bestsellerautor : Mit dem Alias ins Glück

Matthias Altenburg hat sich vor zwölf Jahren einen Zweitnamen zugelegt und ist als Jan Seghers Bestsellerautor. Bild: Marcus Kaufhold

Der Frankfurter Schriftsteller Matthias Altenburg, besser bekannt als Jan Seghers, wird 60. Seine erfolgreichen Krimireihen wurden bereits verfilmt. Woher nimmt er die Ideen?

          Hätte Matthias Altenburg sich nicht 2006 eine zweite Identität zugelegt, wäre er vermutlich heute, an seinem 60. Geburtstag, ein Frankfurter Schriftsteller, der in Literaturkreisen einen gewissen Namen besäße, ohne indes mit seinen Büchern größere Auflagen erreicht zu haben. Zu seinem und des Lesers Glück ist Altenburg irgendwann auf die Idee gekommen, probeweise das Genre zu wechseln und einen Kriminalroman zu schreiben.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der 2006 bei Rowohlt erschienene Thriller „Ein allzu schönes Mädchen“ wurde ein Treffer. Altenburg hat das Werk unter dem Pseudonym Jan Seghers veröffentlicht und auch die weiteren Morddramen mit Robert Marthaler als Kommissar gab er unter diesem Namen heraus. Die sechs Marthaler-Krimis wurden allesamt Bestseller, fünf sind verfilmt worden, und auch der jüngste erschienene Bestseller mit dem Titel „Menschenfischer“ dürfte wohl bald in Fernsehbildern zu sehen sein.

          Grundlage: reale Frankfurter Fälle

          Frankfurt ist bisher immer der oder zumindest ein Hauptschauplatz in Seghers Marthaler-Romanen gewesen. Die Mainmetropole leuchtet in ihnen nicht nur, denn auch die weniger schönen Orte und Plätze hat Altenburg bei seinen Recherchen mit dem Fahrrad aufgesucht und genau studiert. Doch der Leser gewinnt ein detailliertes Bild von dieser Stadt, und die Frankfurter selbst dürfen sich bei der Lektüre immer an den vielen Momenten des Wiedererkennens von Schauplätzen delektieren. Gerne hält sich Altenburg an den struppigen Rändern Frankfurts auf, im Osthafen, auf dem Lohrberg oder in der Schwanheimer Düne.

          Altenburg hat zudem dreien seiner Krimis, nämlich der „Akte Rosenherz“, der „Sterntaler-Verschwörung“ und jüngst dem Roman „Menschenfischer“ reale Frankfurter Kriminalfälle zugrunde gelegt. Dem letztgenannten Buch den bis heute nicht aufgeklärten Mord an dem 13 Jahre alten Jungen Tristan Brübach, dessen Leiche 1998 in einer Unterführung des Liederbachs entdeckt wurde. Der Täter hatte Tristan geschlagen, gewürgt und schließlich durch einen Schnitt in den Hals getötet.

          Von den amerikanischen Action-Krimis ist Altenburg-Seghers mit seinem langsamen Erzählstil weit entfernt, seine Romane erinnern eher an die des schwedischen Autors Henning Mankell, der eine Art literarisches Vorbild für ihn ist. Man darf den Autor denn auch Frankfurts Mankell nennen.

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