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Neues Bestattungsgesetz : „Die Dunkelziffer ist sehr hoch“

  • Aktualisiert am

Zweite Leichenschau: Erfahrene Rechtsmediziner sollen Spuren von Verbrechen entdecken (Symbolbild). Bild: dpa

Mit einem neuen Bestattungsgesetz sollen Verbrechen besser aufgeklärt werden. Vor Feuerbestattungen muss künftig ein Rechtsmediziner in einer zweiten Leichenschau Todesart und -ursache genau überprüfen.

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          Vor Feuerbestattungen wird in Hessen künftig ein professioneller Rechtsmediziner in einer zweiten Leichenschau Todesart und -ursache genau überprüfen. Damit sollen Tötungsdelikte und weitere, nicht natürliche oder gewaltsame Todesursachen besser aufgeklärt werden, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Bisher konnten auch einfache Hausärzte die zweite Leichenschau durchführen. Man müsse wohl davon ausgehen, dass daher eine ganze Reihe von Tötungsfällen nie aufgeklärt worden sind, teilte das Justizministerium mit.

          „Das ist ein echter Qualitätssprung“, sagte Kühne-Hörmann über das neue Friedhofs- und Bestattungsgesetz, das am Freitag in Kraft tritt. Es gebe mittlerweile so viele Tötungsmethoden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Bei einer Feuerbestattung bestehe die Gefahr, dass Spuren vernichtet werden. Die erfahrenen Rechtsmediziner könnten diese eher entdecken. „Die kennen auch die klassischen Symptome von „Kissen auf dem Kopf““, sagte er.

          „Die Dunkelziffer ist sehr hoch“

          Während eines Modellprojekts mit der Frankfurter Polizei im vergangenen Jahr, bei dem die jetzige Regelung getestet wurde, sei in jedem dritten Fall eine nicht natürliche Todesursache festgestellt worden. „Die Dunkelziffer ist sehr hoch“, sagte Kühne-Hörmann. Wenn ein Mensch stirbt, dürften aber keine Zweifel über die Todesursache aufkommen. „Das ist eine Frage des Rechtsfriedens“, sagte sie.

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