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Ohne eigene Endung im Netz : Bescheidene Internethauptstadt

Erstling: Mit „.berlin“ ist die deutsche Hauptstadt die erste Kommune weltweit mit einer eigenen Namensendung im Netz Bild: dpa

In Frankfurt befindet sich der größte Internetknoten der Welt. Doch wenn es um die Präsenz des eigenen Namens im Netz geht, hat Berlin die Nase vorn. Die Hauptstadt gönnt sich eine eigene Endung im Netz, Frankfurt nicht.

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          In Frankfurt befindet sich der größte Internetknoten der Welt. Mehr als 400.000 Quadratmeter für Hochleistungsrechner gibt es in Rechenzentren in der Stadt, mehr als anderswo in Deutschland. Berlin mag die Hauptstadt sein, aber Frankfurt darf sich Internethauptstadt nennen. Doch wenn es um die eigene Präsenz im Internet geht, hat Berlin doch die Nase vorn: Fortan können Internetadressen in der Hauptstadt auf „.berlin“ enden. Dort hatte sich ein Unternehmen namens Dot Berlin vor gut zehn Jahren schon dafür eingesetzt, diese Endung registrieren zu lassen. Vor anderthalb Jahren bewarben die Berliner sich bei der Internet-Verwaltung Icann. Nun wird Dot Berlin mit Hilfe von Wirtschaft und Politik die Endung vermarkten, wie es heißt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Internethauptstadt hingegen hat seinerzeit davon abgesehen, sich für „.frankfurt“ zu bewerben. Anders als das arme Berlin wollte sich das wohlhabende Frankfurt die mit der Registrierung einhergehenden Kosten nicht aufladen. 130.000 Euro kostete dieser Schritt, wie der damalige Infrastrukturdezernent Volker Stein (FDP) in einem Bericht darlegte. Hinzu kämen jährliche Lizenzgebühren von 100.000 Euro. Das Verfahren sei zudem sehr aufwendig.

          Köln mit zwei Endungen

          Icann ermöglicht seit 2011 zusätzliche Internet-Endungen, die hierzulande die üblichen Kürzel „.de“ und „.com“ ergänzen könnten. Auf diesen Zug ist aber nur eine kleine Zahl von Städten und Regionen aufgesprungen. London, wie Frankfurt die Heimat eines großen Netzknotens, ist ebenso dabei wie New York City, das sich in diesem Fall auf das Kürzel NYC beschränkt. Auch Paris, Stockholm und Amsterdam, dessen Internetknoten Amsix sich hinter dem De-Cix in Frankfurt einreiht, sind dabei. Moskau und Tokio nicht zu vergessen. Und für Köln gibt es gleich zwei Endungen: „.koeln“ und „.cologne“.

          Beim Blick auf die Liste der registrierten Städte fällt auf, dass Südafrika gleich mit vier Endungen vertreten ist: Capetown (Kapstadt), Durban, Joburg (Johannesburg) und dem örtlich unbestimmten Zulu. Auch selbstbewusste Regionen gönnen sich fortan eine eigene Endung im Netz. Das gilt für etwa das mit „.scot“ auftretende Schottland, dessen Regierung nach Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich strebt, und für Flandern.

          „.saarland“ ja - „.hessen“ nein

          Wie Frankfurt hat sich Hessen einer Bewerbung um eine eigene Endung enthalten. Das vergleichsweise arme Saarland dagegen nicht. Künftig können Internetadressen im Saarland also auf „.saarland“ enden. Vielleicht überlegen es sich Frankfurt und das Land Hessen noch einmal. Laut Icann-Sprecher in London wird es eine zweite Bewerbungsrunde geben - der Termin steht allerdings noch nicht fest. Und vielleicht verlangt Icann angesichts der bescheidenen ersten Runde dann auch weniger Gebühren.

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