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: Berechtigte Fragen

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Zu wenig Unterricht hier, Stundenausfall dort, Unmut allerorten: Man darf vermuten, daß Kultusministerin Karin Wolff (CDU) auch in den Osterferien etliche Klage-Briefe von Vätern und Müttern bekommt, einer ist ihr gerade zugestellt worden (F.A.Z.

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          Zu wenig Unterricht hier, Stundenausfall dort, Unmut allerorten: Man darf vermuten, daß Kultusministerin Karin Wolff (CDU) auch in den Osterferien etliche Klage-Briefe von Vätern und Müttern bekommt, einer ist ihr gerade zugestellt worden (F.A.Z. vom Dienstag).

          Es ist noch keine zwei Monate her, daß an einer Frankfurter Schule Eltern ihre Kinder in einen sogenannten Streik schickten, um unter anderem der Forderung nach Wiederbesetzung freiwerdender Planstellen Nachdruck zu verleihen. Das Kultusministerium hatte sich damals einer Diskussion erst verweigert, dann doch gestellt. Und, das sei noch einmal festgehalten, die Behörde sicherte der Schule am Hang zu, wofür die Eltern sich eingesetzt hatten.

          Der Stadtelternbeirat in Frankfurt hat keinen "Streik" organisiert, wollte vergangene Woche vom Kultusministerium lediglich eine Auskunft haben, bekam sie aber nicht. Wie viele Schulstunden in den Bildungseinrichtungen der größten hessischen Kommune ausfielen, begehrte das Gremium zu wissen. Seine Mitglieder erfuhren, daß sie das erstens nichts angehe und daß zweitens solche Daten nicht existierten. Selbst wenn es formal richtig ist, daß der Beirat kein Recht auf Information hat, befremdet es doch, daß der Wunsch danach einfach abgetan wird. Zwar kann von Eltern betriebene Schulpolitik genauso parteipolitisch gefärbt sein wie die professionelle. Doch warum es grundsätzlich unstatthaft sein soll, daß Vertreter von Erziehungsberechtigten wissen möchten, wie es um die Unterrichtsversorgung von Kindern und Jugendlichen steht, ist nicht nachzuvollziehen.

          Spätestens wenn eine Landtags-Fraktion eine ähnliche Auskunft verlangt, muß die Ministerin sie geben. Sollte sich dabei herausstellen, daß der Unterrichtsausfall in Frankfurt tatsächlich nicht zu quantifizieren ist, weil entsprechende Zahlen nicht zusammengetragen werden, zeigt das nur eines: Es muß etwas geändert werden. Allzu schwer wird das im Zeitalter elektronischer Kommunikation wohl nicht sein, selbst nicht unter Beachtung von Datenschutz-Auflagen. Öffentliche Schule wird von der Allgemeinheit finanziert, und wenn Steuerzahler hören möchten, wie das System funktioniert, für das sie zahlen müssen, sollten Politiker antworten. Auch dann, wenn die noch immer ideologiebehafteten Themen Schule und Bildung zur Sprache gebracht werden. JACQUELINE VOGT

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