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Neue Beratung in Frankfurt : „Cannabis gehört in Medizinerhände“

  • -Aktualisiert am

Droge und Medizin: Cannabis kann helfen Multiple Sklerose, Tourette oder chronische Schmerzen zu lindern. Bild: AFP

Das Gesundheitsamt Frankfurt berät Patienten über den Nutzen von Marihuana-Produkten. Ein Arzt und ein Rechtsanwalt stehen dann Rede und Antwort. Ein Schritt zu Legalisierung sei das nicht.

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          In der Praxis von Michael Schmidt kommt die Frage immer wieder auf: Könnte Cannabis helfen, Multiple Sklerose, Tourette oder chronische Schmerzen zu lindern? Nicht selten lautet die Antwort des Allgemeinmediziners „ja“. Doch dann kommt das „Aber“. Denn der Weg zu einer Genehmigung, medizinisches Cannabis zu erhalten, ist lang. Auf Kassenrezept gibt es das Medikament Sativex nur für eine einzige, eng definierte Indikation. Für viele bedeute dieses Aber den Weg auf den Schwarzmarkt, sagt Schmidt. Er rate seinen Patienten davon ab, sich an Orten wie der Konstablerwache mit Cannabis einzudecken. „Aber verbieten kann ich es ihnen nicht.“ Letztlich gehöre Cannabis jedoch in die Hände von Medizinern, nicht auf die Straße.

          Solche Gespräche wird Schmidt von nächster Woche an noch öfter führen. Dann wird der Mediziner mit dem Rechtsanwalt Markus Cronjäger das Team des Medical Marihuana Projekts sein. Zunächst bis Jahresende werden die beiden Fachleute jede Woche für zwei Stunden im Gesundheitsamt Rede und Antwort stehen, um über einen medizinischen Nutzen von Cannabis zu informieren.

          „Kein Schritt zur Legalisierung“

          Die Arbeitsteilung ist einfach: Schmidt soll klären, ob Cannabis dem betreffenden Patienten helfen könnte, Cronjäger könnte dann die rechtlichen Möglichkeiten skizzieren. „In manchen Fällen gibt es einen legalen Weg, aber der ist steinig“, sagt er.

          Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) spricht von einem in Deutschland einzigartigen Pilotprojekt. Es soll vor allem auch Erkenntnisse darüber liefern, wie groß der Bedarf an Medikamenten auf Cannabis-Basis überhaupt ist. Schätzungen zufolge könnten in Deutschland 80.000 bis 1,6 Millionen Patienten davon profitieren. Allein diese Spannbreite wissenschaftlicher Studien zeige aber, wie wenig über diese Form der Medikation bisher bekannt sei, sagt die Drogenbeauftragte Regina Ernst.

          Das Angebot, das Heilig den Stadtverordneten im Gesundheitsausschuss vorgestellt hat, soll ausdrücklich kein erster Schritt in Richtung einer Legalisierung der Droge sein. Es gehe darum, Patienten über die mögliche medizinische Nutzung von Cannabis zu informieren und illegalen Gebrauch zu verhindern. Die Chancen, in Frankfurt einen Versuch mit einer legalen Ausgabe zum Freizeitkonsum auf den Weg zu bringen, stünden ohnehin schlecht, sagt Heilig. „Mein Koalitionspartner macht da nicht mit.“

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