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Benzinpreise : Wer früh am Abend tankt, kann viel Geld sparen

  • -Aktualisiert am

Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle: Wer zur rechten Uhrzeit eine Tankstelle anfährt, kann bis zu 12 Cent pro Liter Benzin sparen. Bild: dpa

Ein Jahr Markttransparenz für Kraftstoffe: Nicht alle Ziele sind erreicht worden, weiterhin schwanken die Preise über den Tag stark. Doch die Daten zeigen, zu welcher Uhrzeit Benzin besonders günstig ist.

          Jeder vierte Autofahrer habe schon einmal mit einem Verbraucherdienst die Preise für Benzin oder Diesel zwischen den Tankstellen verglichen, stellte das Institut für Demoskopie Allensbach 2013 in einer Studie fest. Je größer der Wohnort sei, desto eher verglichen Autofahrer die Benzinpreise, hieß es darin weiter. Doch längst nicht alle Frankfurter entscheiden bewusst, wann und wo sie tanken.

          „Auf die Uhrzeit habe ich noch nie geschaut“, gibt eine Frau zu, während sie an einer Aral-Filiale im Ostend tankt. „Ich mache das, wenn ich merke, dass der Tank leer ist.“ Ein anderer Autofahrer an der Esso-Tankstelle im Gallus geht noch weiter: „Mir ist der Preis egal, ich tanke immer hier. Die anderen Tankstellen sind zu weit weg von meinem Haus.“ Von Apps für Benzinpreisvergleiche haben beide schon einmal gehört. Genutzt haben sie sie aber noch nie.

          Mehr Wettbewerb unter Anbietern

          Dabei informieren seit mehr als 15 Jahren Websites über Benzinpreise. Seit heute vor einem Jahr sind rund 14.500 Tankstellen in Deutschland gar dazu verpflichtet, Preisänderungen ihrer Kraftstoffe binnen fünf Minuten zu melden an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Nur sehr kleine Zapfstellen, die weniger als 5000 Kubikmeter Kraftstoffe im Jahr verkaufen, können sich von der Pflicht befreien lassen.

          Die Transparenzstelle mit vier hauptamtlichen Mitarbeitern gibt die Informationen dann automatisiert und unentgeltlich an Verbraucherinformationsdienste wie Apps und Websites weiter. Das Bundeskartellamt wollte so für mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern sorgen und die steigenden Benzinpreise im Zaum halten. Gleichzeitig erhoffte es sich, die Preisschwankungen reduzieren zu können, die über den Tag auftreten. „Wir haben jetzt Waffengleichheit zwischen Autofahrer und Industrie“, sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt damals.

          Preise schwanken nicht weniger

          Zwar ist das erste Ziel erreicht worden: Die Preise für Benzin und Diesel sind seitdem nicht weiter gestiegen, sondern gesunken, was aber der Weltmarkt für Öl regelt und nicht das Kartellamt. Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamts, gibt auch zu, dass der Anteil der MTS-K daran schwer zu bemessen sei. „Wenn viele Verbraucher bewusst die teuren Tankstellen umfahren würden, könnten sie aber einen Preisdruck auf die Konzerne ausüben“, formuliert er im Konjunktiv.

          Das zweite Ziel hat das Amt verfehlt. Denn wie die MTS-K im November darlegte, haben sich die Preisschwankungen seit der Einführung der Transparenzstelle nicht verringert. Bis zu 12 Cent können sie je Tag an einer Tankstelle betragen.

          Preise steigen am Abend

          Nachts und am frühen Morgen wird der Kraftstoff zu Höchstpreisen verkauft. Im Verlauf des Tages unterbieten sich die Wettbewerber, bis oft zwischen 18 und 20 Uhr der Tiefpunkt erreicht ist. „Ab einem bestimmten Preis machen wir keinen Gewinn mehr, so dass wir ihn wieder erhöhen müssen“, sagt Detlef Brandenburg, Pressesprecher von Aral.

          Wie die Statistik der MTS-K offenlegt, setzen die Branchenriesen Shell und Aral die Preise jeden Abend zwischen 20 und 21 Uhr herauf. Die Konkurrenz von Total und Esso zieht meistens etwa eine Stunde später nach, der Anbieter Jet dann in der Stunde vor Mitternacht.

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