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Parking Day in Frankfurt : Kein Platz für Autos

  • -Aktualisiert am

Besetzt: Das Feindbild SUV rauscht am Greenpeace-Stand vorbei. Bild: Wonge Bergmann

Am vergangenen Samstag blockieren Aktivisten Parkflächen in der Frankfurter Innenstadt. Mit der Aktion möchten sie den öffentlichen Raum zurückerobern.

          Falko Görres sitzt grinsend auf einem Klappstuhl an der Töngesgasse. Neben ihm steht sein Fahrrad samt Anhänger. „Normalerweise fahre ich so einkaufen“, sagt Görres. An diesem Samstag aber findet der sogenannte Parking Day statt. Und Görres, Mitglied der Satirepartei „Die Partei“, hält mit seinem Rad einen Parkplatz besetzt: „Hier kommt heute kein Auto hin.“ Vor ihm auf der Straße steht in großen Lettern mit Kreide geschrieben: „Stadt für Menschen, statt für Autos.“ Dieser Spruch fasse zusammen, weshalb er sich am „Parking Day“ beteilige, sagt Görres. Er möchte, dass der öffentliche Raum nicht mehr unentgeltlich zum Parken zur Verfügung gestellt werde. Auch die Bewohnerparkausweise seien mit 25 Euro im Jahr zu günstig. „Wenn ich mir ein Klavier kaufe, kann ich es auch nicht einfach irgendwo in der Stadt abstellen.“

          Auch die beiden Nachbarparkplätze sind besetzt. Zehn Frankfurter Umweltverbände beteiligen sich an dem weltweiten, autokritischen Aktionstag, der 2005 in San Francisco ins Leben gerufen wurde und jährlich im September stattfindet. An der Töngesgasse haben sie am Samstag Informationsstände zum Fahrradfahren aufgebaut, es stehen Klappstühle und Tische mit selbstgebackenen Kuchen herum, auf einem Parkplatz liegt ein Teppich.

          „Das ist Irrsinn“

          Die Aktivisten wollen aufzeigen, was auf Parkplätzen noch alles stehen könnte, außer einem Auto. Am Stand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs beispielsweise gibt es ein Verkehrsregelquiz für Radler. Wer will, kann dort auch das eigene Zweirad durchchecken lassen. Die Initiative Lastenradler Frankfurt stellt ihre Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung unentgeltlich nutzbarer Lasten-Leihräder vor, und der Verkehrsclub Deutschland informiert über ein Projekt, das autofreie Mobilität direkt in die Planung von Neubausiedlungen integrieren soll.

          Am Stand von Greenpeace steht Johannes Reinhartz und schwärmt von fahrradfreundlichen Städten wie Kopenhagen, als ein schwarzer Kombi mit nur einem Insassen vorbeirollt. Er schüttelt den Kopf. „2,5 Tonnen Auto, um 70 Kilogramm Mensch von A nach B zu transportieren, das ist Irrsinn.“ Um ihre Kritik am Platzverbrauch eines normalen Fahrzeugs zu verdeutlichen, haben die Aktivisten ein sogenanntes Gehzeug gebaut: Einen Holzrahmen in den Maßen eines Autos, in dessen Mitte ein Tragegurt gespannt ist. Legt man ihn sich beim Gehen um, verbraucht man so viel Platz wie ein Auto und sieht reichlich albern aus.

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