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: Beierle verletzt - Kryszalowicz
soll in Oberhausen spielen

  • -Aktualisiert am

Saisonende: Markus Beierle Bild: F.A.Z- Foto: Michael Kretzer

Jetzt verlangt Willi Reimann Aufstiegstugenden. "Meine Spieler müssen Qualität, Kämpferherz und Einstellung einbringen." In Oberhausen sollen die Profis der Frankfurter Eintracht drei Punkte gewinnen. Auf Stürmer Beierle müssen sie dabei verzichten.

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          Jetzt zählt es. Jetzt verlangt Willi Reimann Aufstiegstugenden. "Meine Spieler müssen Qualität, Kämpferherz und Einstellung einbringen." Alles Dinge, die helfen sollen, im Endspurt der Zweiten Fußball-Bundesliga am 25. Mai doch noch als Dritter über die Ziellinie zu gehen. Für Reimann, den Trainer der Frankfurter Eintracht, gibt es keine andere als nur diese Losung: "Wir stehen vor einem sehr, sehr wichtigen Spiel. Bei Rot-Weiß Oberhausen wollen wir gewinnen, um die Chancen auf Platz drei zu wahren."

          Bekanntlich streiten auch noch die Spielvereinigung Greuther Fürth und der FSV Mainz 05 neben der Eintracht um die aufstiegsbringende Plazierung. Doch Reimann erneuerte zwei Tage vor dem letzten Auswärtsspiel dieser Saison seine schon vor einem halben Jahr publizierte Meinung. "Es gibt eine Punktentscheidung. Auf die Tordifferenz kommt es nicht an. Ich traue meiner Mannschaft noch zwei Siege zu." Ja nicht auf die anderen schauen. Reimann verlangt von seinen Profis höchste Konzentration auf die eigene Leistung. Zum ersten Mal in dieser Saison empfindet Reimann auch Genugtuung über die Gestaltung des Spielplans, denn bekanntlich ist es ja so, daß die letzten beiden Spieltage zeitgleich abgehalten werden. Zweimal neun Begegnungen, angepfiffen jeweils an einem Sonntag um 15 Uhr.

          Für die Partie der Eintracht im Oberhausener Niederrhein-Stadion muß Willi Reimann abermals umdisponieren. Markus Beierle, der nicht nur wegen seiner Tore in der Offensive unverzichtbare Stürmer, fällt wegen seines Muskelfaserrisses aus. Reimann muß sich also nach Alternativen umschauen, und schon am Freitag - entgegen sonstigen Gepflogenheiten - hat er zu erkennen gegeben, daß Pawel Kryszalowicz den Part von Beierle übernehmen soll. Wie schon zuletzt beim 4:1 gegen den SV Waldhof Mannheim dürfte der Pole also auch in Oberhausen von Beginn an für die Eintracht am Ball sein, die er ja zum Saisonende verläßt. "Er ist gesund und hat keine Schmerzen", so sein Trainer. "In absoluter Verfassung befindet er sich zwar nicht, aber mit seinen Fähigkeiten kann er uns helfen. Darauf setze ich." Reimann setzt auch darauf, daß Jean Tsoumou-Madza, der hünenhafte Verteidiger, Härte zeigt und die Schmerzen, die von einer Kapselverletzung herrühren, ignoriert. "Wir werden ihn fit spritzen."

          Vor der vorletzten Saisonprüfung unter zweitklassigen Arbeitsbedingungen äußerte sich Eintracht-Trainer Reimann voller Respekt über den Gegner. "Oberhausen hat eine bessere Heimbilanz als wir, dafür ist die Ausbeute auswärts erschreckend." Mit Nachdruck ist Reimann der These entgegengetreten, daß es für RWO um nichts mehr gehe. Der Eintracht-Trainer sieht dies anders. "Die werden gegen uns nicht abschenken, denn um ganz sicher zu gehen und nicht abzusteigen, brauchen sie noch einen Punkt." Um dies mit Zahlen zu unterfüttern und ein wenig zu relativieren: Der Tabellenviertletzte Braunschweig, mit 31 Punkten ausgestattet, weist eine Tordifferenz von minus 18 aus. Oberhausen als Rangzwölfter, sechs Punkte vor den Niedersachsen liegend, hat eine Tordifferenz von minus 7. Da müßte in den beiden restlichen Spielen vieles zusammenkommen, um doch noch auf den ersten Abstiegsplatz abzurutschen.

          Vor der mit Spannung erwarteten Auseinandersetzung an diesem Sonntag hat Willi Reimann schon einmal verbale Grüße nach Oberhausen geschickt. "Eintracht Frankfurt ist eine harte Nuß." Damit dies auch wirklich so ist und nach der Niederlage in der vergangenen Saison - damals war noch Dragoslav Stepanovic Übergangstrainer bei RWO - diesmal zu einem Sieg führt, setzen Reimann und seine Profis ganz auf die Unterstützung der Fans. Bis zu 6000, so die optimistischen Schätzungen, werden sich auf den Weg nach Oberhausen machen, um die Eintracht lautstark zum erhofften punkteträchtigen Erfolgserlebnis anzutreiben. "Für uns ist diese Hilfe gut und wichtig", urteilt Reimann, der hofft, "daß die Gesichter auch am Montag noch so freundlich sind".

          Wenn die Eintracht die Hürde Oberhausen meistert, ist nichts Gegenteiliges zu erwarten. Für den Endspurt im Aufstiegskrimi um Rang drei jedenfalls fühlen sich Reimann und die Eintracht bestens unterstützt und vorbereitet.

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