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Bei Gebärmuttersenkung : Transplantate statt Implantate

Neugierig auf andere Fachbereiche: Amadeus Hornemann, Chefarzt für operative Gynäkologie am Krankenhaus Sachsenhausen Bild: Frank Röth

Ein Orthopäde hat den Gynäkologen Amadeus Hornemann zu einer Methode inspiriert, mit der er Frauen mit Gebärmuttersenkung schonend und langfristig helfen kann. Allerdings dauert es, bis sich Innovationen in der Medizin durchsetzen.

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          Man sollte öfter Kollegen über die Schulter schauen“, sagt Amadeus Hornemann lächelnd, „so kommt man auf neue Ideen“. Der Gynäkologe am Krankenhaus in Frankfurt-Sachsenhausen hat einem OP-Besuch bei einem befreundeten Orthopäden eine bahnbrechende Idee zu verdanken. Hornemann hat mit ihr zwei etablierte Operationsverfahren zu einem ganz neuen Ansatz verbunden und so bisher 50 Frauen ein beschwerdefreies Leben ermöglicht.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gedacht ist Hornemanns Verfahren für Patientinnen, die an einer fortgeschrittenen Gebärmuttersenkung leiden und deren Uterus bereits aus dem Körper herausdrückt. Für den Halt der Gebärmutter sind normalerweise die sogenannten Mutterbänder da, deren Existenz Frauen in der Schwangerschaft zum ersten Mal durch ziehende Schmerzen bemerken. Diese Bänder verlieren jedoch im Lauf der Zeit ihre Elastizität, „eine ganz normale Verschleißerscheinung“, sagt Hornemann. Kommen dann noch Belastungen wie Mehrlingsgeburten, ein höheres Alter bei der Erstgeburt oder ein großes Neugeborenes hinzu, leiern die Bänder aus. Rückbildungsgymnastik nach der Geburt hilft in leichten Fällen, doch mit den Jahren kann sich die Situation so verschlechtern, dass eine Operation unvermeidbar wird.

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