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Kapazitätsgrenzen am Flughafen : Die Ursachen der Misere bleiben

Volles Haus: Zu Beginn der Osterferien herrscht im Terminal 1 dichtes Gedränge. Bild: dpa

Lange Warteschlangen, behäbige Sicherheitskontrollen und Engpässe im Luftraum: Gerade zur Ferienzeit stößt der Frankfurter Flughafen an seine Grenzen. Doch diesmal wollen die Betreiber alles besser machen.

          Fast scheint es, Fraport, die Deutsche Flugsicherung und die Lufthansa wollten erst einmal den Beginn der Osterferien abwarten, bevor sie ihre Maßnahmen präsentierten, die verhindern sollen, dass es in diesem Jahr wieder zu so desaströsen Zuständen im Luftverkehr kommt wie im vergangenen. Ob Zufall oder nicht, zum Auftakt der gestrigen Veranstaltung konnte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens melden, dass man den Ferienbeginn ohne größere Schwierigkeiten hinter sich gebracht habe.

          Das war 2018 noch ganz anders gewesen. Damals zeichnete sich an Ostern schon unheilvoll ab, was im Sommer fast zum Dauerärgernis werden sollte: Der Frankfurter Flughafen mit seinen behäbigen Sicherheitskontrollen und mit einer von Vorschriften erzwungenen technischen Ausstattung, die nicht mehr dem internationalen Standard entspricht, geriet an seine Kapazitätsgrenzen.

          Diesmal besser machen

          Gestern nun präsentierten Lufthansa, Fraport und Flugsicherung, was man unternommen hat, um es diesmal besser zu machen. Klaus Froese, bei der Lufthansa Group für den Hub Frankfurt verantwortlich, hob zu Recht hervor, dass dieser Flughafen nur dann funktionieren kann, wenn alle drei Unternehmen ihren Job gut machen. Die Lufthansa nimmt das so wichtig, dass sie die stattliche Summe von 250 Millionen Euro investiert, um Unwägbarkeiten im Ernstfall so kompensieren zu können, dass für Passagiere keine oder kaum Verspätungen entstehen.

          Auch Fraport streckt sich nach der Decke und stellt in Rekordzeit eine Schnellbauhalle neben das Terminal mit sieben zusätzlichen Linien für die Sicherheitskontrollen. Die Flugsicherung in Langen wiederum versucht händeringend, mehr Lotsen auszubilden oder im Ausland abzuwerben, um besser auf das Wachstum des Luftverkehrs reagieren zu können.

          Alles schön und gut, nur werden so die Ursachen der Misere nicht beseitigt: Am Boden wird es noch Jahre dauern, bis der Bund bereit ist, die praktische Organisation der Kontrollen an die Flughafenbetreiber zurückzugeben, womit der Weg für schnellere Prozesse frei wäre. Und in der Luft bleibt ein einziger europäischer Luftraum, der nicht in nationale Zonen zerstückelt und deshalb viel weniger aufnahmefähig ist, ein Traum. Noch dazu hält die EU-Kommission daran fest, den Flugsicherungen auf der Basis von veralteten Prognosen Vorgaben zu machen, die Verspätungen geradezu erzwingen.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

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