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Zweifel am Investor : Neubauplan für Brauerei Pfungstädter

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Die Computer-Darstellung zeigt den geplanten Neubau der Pfungstädter Brauerei in Südhessen. Der Plan ist, eine neue Brauerei auf dem städtischen Gelände des 2014 geschlossenen Schwimmbades zu errichten. Bild: dpa

Die Pfungstädter Brauer haben einen potentiellen Investor für ihr defizitäres Geschäft gefunden. Der will auch noch ein Wohnquartier bauen. Doch zunächst einmal muss das Stadtparlament zustimmen. Einige Kommunalpolitiker haben erhebliche Bedenken.

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          Die Traditionsbrauerei Pfungstädter ist seit Jahren defizitär und braucht einen Investor. Einen potentiellen Interessenten haben die Bierbrauer an der Hand, den Stein ins Rollen bringen muss am Montag aber das Stadtparlament der 25.000-Einwohner-Gemeinde im südhessischen Kreis Darmstadt-Dieburg. Und das ist nach den Worten von Kommunalpolitikern fraglich. Sie haben Zweifel an der Seriosität und Bonität des potentiellen Investors. Der ist für eine Stellungnahme nicht zu erreichen und will sich nach Auskunft der Geschäftsführung der Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmbH & Co. KG auch bis zur Unterzeichnung der Verträge nicht äußern.

          Die Stadtverordneten sitzen bei dem Deal mit im Boot, weil für einen Vertragsabschluss auch ein städtisches Grundstück verkauft werden muss. Der Plan ist, eine neue hochmoderne Brauerei auf dem Gelände des 2014 geschlossenen Schwimmbades der Stadt zu errichten. Die alte Brauerei soll abgerissen und auf dem Gelände ein Wohn- und Stadtquartier errichtet werden. Der Magistrat empfahl dem Stadtparlament bereits, den Plänen zuzustimmen. Bürgermeister Patrick Koch (SPD) im „Darmstädter Echo“ über den Investor: „Ich habe den Eindruck, dass er das, was er mit der Brauerei vorhat, ernst meint.“

          „Wir sind absolut dagegen“

          „Am Anfang gab es eine ganz klare Mehrheit“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Unabhängige Bürger Pfungstadt (UBP), Richard Kramer. Die UBP ist nach der SPD die zweitstärkste Fraktion. Kramer ist sich sicher, dass diese anfängliche Mehrheit bröckelt. Die UBP lehnt das Projekt ab. „Wir sind absolut dagegen.“ Zum einen solle auf dem Gelände wieder ein neues Schwimmbad entstehen, zum anderen würde auf dem derzeitigen Brauereigelände eine sehr hoch verdichtete Bebauung mitten in Pfungstadt entstehen. Bei der Vorstellung des Projektes habe der potenzielle Investor zudem immer mehr Arbeitsplätze und höhere Investitionssummen versprochen. Für seine Fraktion sei er unseriös.

          Auch bei der CDU als drittstärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung, in der insgesamt sechs Parteien und Wählergemeinschaften sitzen, gibt es Bedenken. „Bei uns geht ein Riss durch die Fraktion“, sagt Fraktionschef Eberhard Klüber. Einer Bitte um weitere Informationen sei der Investor nicht nachgekommen. Klüber wäre eine Verschiebung der Abstimmung am liebsten. Eine Mehrheit sieht auch er nicht sicher. Dabei sei das Risiko für die Stadt gering. Werde auf dem verkauften Grundstück nicht gebaut, falle es an die Gemeinde zurück. So soll es in den Verträgen stehen. Ob dann die alte Brauerei noch steht, ist fraglich.

          Das Familienunternehmen wurde 1831 von Justus Hildebrand gegründet. Kommt der Investor, wird sich nach den Worten von Geschäftsführer Stefan Seibold die Familie komplett zurückziehen. Bei einem solchen Investitionsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich wolle der Investor auch das Sagen haben.

          Die Brauerei wäre nicht das einzige große Projekt in der Gemeinde. In der Kommune südlich von Darmstadt soll „Shark City“ entstehen - ein große Indoor-Aquarium für Haie. Es soll Hunderttausende Besucher anlocken, ist derzeit aber noch im Baugenehmigungsverfahren. Tierschützer protestieren gegen das Projekt. 2023 richtet Pfungstadt zudem den Hessentag aus.

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