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„Lorz soll rasch entscheiden“ : Beamtenbund: Kooperation mit Ditib beenden

  • -Aktualisiert am

Wackelkandidat: Ist Ditib ein vertrauenswürdiger Partner? (Symbolbild) Bild: dpa

Der Beamtenbund fordert, die Zusammenarbeit mit dem Moscheenverband Ditib aufzulösen – auch, weil ein Imam in Bad Vilbel den „Märtyrertod verherrlicht“ haben soll. Doch die Prüfung des Kultusministeriums könnte dauern.

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          Der Beamtenbund des Landes Hessen hat das Kultusministerium aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der türkisch-islamischen Union Ditib beim bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht „so schnell wie möglich“ zu beenden. „Warum soll man weiter prüfen, wenn schon jetzt klar zu sein scheint, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn hat“, sagte der Landesvorsitzende Heini Schmitt gestern und reagierte damit auf einen Bericht dieser Zeitung, nach dem Ditib die Voraussetzungen für die weitere Zusammenarbeit nicht erfüllt haben soll.

          Schmitt forderte zudem, dass das Kultusministerium die Prüfung „nicht zu einer unendlichen Geschichte werden lasse“. Nach neueren Informationen kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kultusminister Alexander Lorz (CDU) aus organisatorischen Gründen erst Anfang nächsten Jahres darüber entscheiden wird, ob Ditib Partner des Landes bleiben darf. Lorz selbst hatte bisher stets mitgeteilt, dass die Entscheidung noch dieses Jahr fallen solle. Der Beamtenbund fordert eine zügige Entscheidung auch deshalb, weil er die Situation als „brisant“ einordnet. Vor diesem Hintergrund erwähnte Schmitt einen Bericht des ZDF vor wenigen Wochen aus einer Ditib-Moschee in Bad Vilbel: Der dortige Imam soll im Zusammenhang mit dem Konflikt in Nordsyrien den „Märtyrertod verherrlicht“ haben.

          Der derzeit laufende Schulversuch eines staatlichen Islamunterrichts in der Klassenstufe 7, der nicht bekenntnisorientiert ist, könnte nach Einschätzung des Beamtenbundes als Alternative auch in anderen Jahrgangsstufen Anwendung finden. Schmitt wies zudem darauf hin, dass die 2012 erstellten Gutachten von Islamwissenschaftlern, die unter anderem vor dem Einfluss des türkischen Amtes für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) auf Ditib warnten, die Landesregierung hätten „hellhörig“ machen müssen.

          Diese Gutachten, die das Kultusministerium bisher unter Verschluss gehalten hatte, möchte die FDP-Fraktion im Landtag einsehen. „Der Kultusminister muss Stellung beziehen und den Abgeordneten die Gutachten zur Verfügung stellen“, forderte der bildungspolitische Sprecher Moritz Promny. Er teilte mit, dass er die Einsicht der Gutachten bereits im Oktober gefordert hatte. Sowohl Promny als auch der FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock hätten sich in einem Brief an Kultusminister Lorz gewandt und angeboten, sich „aktiv in den Prozess“ einzubringen. Das begründete Promny auch damit, dass der islamische Religionsunterricht eingeführt wurde, als Nicola Beer von der FDP Kultusministerin in Hessen war.

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