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Bayerischer Bitter : Würziger Tropfen aus dem Chiemgau

Erfrischender Sommerdrink: Wie Campari eignet sich der Bayerische Bitter zum Mixen, wobei sich der „Stagionato“ mit seinem kräftigen Geschmack besser durchsetzt. Bild: Brennerei Schnitzer GmbH

Die Traunsteiner Brennerei Schnitzer im Chiemgau fordert mit ihrer Bitterspirituose die italienische Konkurrenz heraus. Geschmacksunterschiede zwischen den Jahrgängen sind erwünscht.

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          Wer gegen einen seit Jahrzehnten etablierten Klassiker antritt, der braucht Mut. Die kleine Brennerei Schnitzer in Traunstein im Chiemgau traut sich genau das. Sie produziert eine Bitterspirituose, die sich im Segment von Campari bewegt. Das Rezept ihres „Amaro Mondino“ ist von italienischen Einflüssen inspiriert, allerdings kommt dieser bayerische Aperitif würzig und ausgewogen und lange nicht so wuchtig daher wie der große Konkurrent, sondern viel leichter und fruchtiger. Dafür kombinieren die Macher Bitterorangen mit Rhabarber und Kräutern aus den Alpen, Enzian gibt eine herbe Note dazu, Hibiskusblüten die rote Farbe. Der Alkoholgehalt beträgt 18 Prozent.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit fast einem Jahrzehnt gibt es Mondino inzwischen, halb so lange eine „Stagionato“ genannte Sonderabfüllung. Davon werden jedes Jahr nur ein paar Hundert Flaschen produziert, auf dem Etikett jeweils stehen Seriennummer und Jahrgang. Für die limitierte Version reift die Spirituose rund ein Jahr lang in Fässern aus Eichenholz. Verwendet werden gebrauchte Fässer, weil deren Holz nicht ganz so intensiv auf den Inhalt einwirkt. Die Brennerei füllt ihr Produkt mal in Sherryfässer, mal in Weißweinfässer. Unterschiede von Jahr zu Jahr sind erwünscht, um einen Jahrgangscharakter zu erzeugen. Außerdem schätzt man die Weinaromen, die dem Bitteraperitif eine milde Süße mitgeben. Der „Stagionato“ hat im Vergleich zur Standardversion ein intensiveres Aroma und mehr Fülle, auch dank des höheren Alkoholgehalts von 24 Prozent.

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