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Milliardenprojekt in Frankfurt : Wettbewerb für Areal des Polizeipräsidiums

Zwischen Westend, Gallus und Europaviertel: das Areal des Alten Polizeipräsidiums Bild: Gerchgroup

15 Architekten sind eingeladen, sich zunächst Gedanken zum Städtebau zu machen. Der Investor hält an der Idee eines einzelnen Hochhauses fest.

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          Bis zum August soll darüber entschieden werden, in welcher Form das Areal des alten Polizeipräsidiums neu bebaut wird. Wie die Gerchgroup AG am Dienstag mitgeteilt hat, ist ein zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt worden. Zu dem Verfahren seien 15 Architektenbüros eingeladen worden. In der ersten Phase des Wettbewerbs wird es einer Mitteilung zufolge um den städtebaulichen Zuschnitt gehen. Voraussichtlich sieben Büros qualifizieren sich mit ihren Entwürfen für die zweite Phase, die sich der architektonischen Ausgestaltung widmen soll. Das Projekt läuft unter dem Namen „Das Präsidium“.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Das Wettbewerbsergebnis soll nach Angaben des Planungsdezernats in das laufende Bebauungsplanverfahren einfließen. Die Stadt hatte beschlossen, den alten Bebauungsplan aufzuheben und für das Grundstück eine Veränderungssperre zu erlassen, bis ein neuer Bebauungsplan gültig ist. Der alte Plan hatte ein 145-Meter-Hochhaus in der Mitte des Grundstücks vorgesehen. Dieses Konzept ist in der Zwischenzeit von der Stadt aber in Frage gestellt und stattdessen eine gleichmäßigere Verteilung der Baumasse ins Spiel gebracht worden, etwa auf zwei niedrigere Türme.

          In ihrer Pressemitteilung spricht die Gerchgroup jedoch explizit von einem „neu zu planenden Hochhaus und angrenzender Sockelbebauung“. Ein Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) wollte darin am Dienstag keinen Dissens zwischen Investor und Stadt erkennen. Im Wettbewerb werde die beste Lösung gesucht. Das könne auch bedeuten, dass am Ende doch ein 145-Meter-Turm errichtet werde. Ein noch höheres Gebäude sei jedoch faktisch ausgeschlossen, weil dann zu wenig Fläche für den Rest des Areals übrig bliebe.

          Auf dem etwa anderthalb Hektar großen Areal zwischen Mainzer Landstraße, Ludwigstraße und Friedrich-Ebert-Anlage können Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 100.000 Quadratmetern entstehen. Im Zuge der Verkaufsverhandlungen zwischen dem Land Hessen und dem Käufer sind Vereinbarungen über die Nutzungsmischung getroffen worden, in die auch die Stadt eingebunden war.

          „Ergänzende öffentlichkeitswirksame Nutzungen“

          Demnach gilt, dass rund 40 Prozent der Fläche auf Wohnraum entfallen, von denen wiederum 30 Prozent Sozialwohnungen mit einer Mietpreisbindung für 15 Jahre sein müssen. Darüber hinaus sind Büros, ein Hotel und frei finanzierte Wohnungen vorgesehen. Auf dem Areal werden außerdem eine Turnhalle für die benachbarte Falkschule und zwei Kindertagesstätten errichtet.

          Außerdem sind nach Angaben der Gerchgroup „ergänzende öffentlichkeitswirksame Nutzungen“ vereinbart. Laut Planungsdezernat ist dabei an einen Kiosk und kleinere Gastronomieflächen gedacht. Eine kulturelle Nutzung sei ebenfalls denkbar, aber nicht festgeschrieben. Ziel sei es, dass das neue Quartier gegenüber der Umgebung nicht hermetisch abgeriegelt werde, sondern im Gegenteil für alle zugänglich sei.

          Aus der Immobilienbranche heißt es, die Architekten stünden vor einer anspruchsvollen Aufgabe, die verschiedenen Nutzungen so zu verteilen, dass ein funktionierendes Quartier entstehe. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sowohl die frei finanzierten als auch die geförderten Wohnungen in dem Hochhaus untergebracht werden. Die Baukosten und vor allem die späteren Nebenkosten seien in einem Turm zu hoch, als dass dort geförderte Wohnungen möglich wären, sagte ein Immobilienberater auf Anfrage. Er rechne damit, dass die geförderten Wohnungen eher in den Sockelgebäuden untergebracht würden.

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