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Baugeschehen im neuen Jahr : Bürotürme, Luxusläden und viel Wohnraum

Grube für einen Riesen: Der Taunusturm soll 170 Meter hoch werden. Bild: Fricke, Helmut

Bei der Bezeichnung ihrer Projekte sind die Bauherren wieder etwas bescheidener geworden. Außerdem hat es schon schwächere Hochhaus-Jahrgänge gegeben.

          Die guten Nachrichten sind die Namen: Bei der Bezeichnung ihrer Projekte sind die Bauherren wieder etwas bescheidener geworden. Die Zeit, in der Bürogebäude und Einkaufszentren in Frankfurt „The Squaire“ oder „My Zeil“ genannt wurden, ist glücklicherweise vorbei. Für die Vorhaben, die im Jahr 2012 vorbereitet, begonnen oder fortgesetzt werden, wählen die Eigentümer meist einen regionalen Bezug. Ganz bodenständig ist er für das größte Hochhaus, das in diesem Jahr aus der Baugrube wächst: der „Taunusturm“. Und auch auf dem Maintor-Gelände verzichtet der Bauherr mit „Primus“ und „Porta“ auf Anglizismen. Das neue Einkaufs- und Bürohaus am Goetheplatz heißt „Goethe Plaza“. Nur ein Projekt tanzt noch englisch aus der Reihe: Das Einkaufszentrum „Skyline Plaza“ im Europaviertel, das in diesem Jahr weiter Gestalt annimmt und gemeinsam mit dem neuen Kongresszentrum im Herbst 2013 eröffnet werden soll, wurde noch in einer anderen Zeit geplant.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bürobauten

          Es hat schon schwächere Hochhaus-Jahrgänge gegeben. Gleich fünf Bürotürme nehmen in diesem Jahr Gestalt an. Der Taunusturm der Projektentwickler Tishman Speyer und Commerz Real, der Ende 2013 fertig sein soll, ist mit 57000Quadratmetern Mietfläche der größte unter den Neuzugängen. Denn der EZB-Doppelturm im Ostend, für den in diesem Jahr Richtfest gefeiert wird, darf schon als alter Bekannter gelten.

          Am Mainufer in der Innenstadt ist mittlerweile deutlich sichtbar, wie das frühere Degussa-Gelände langsam zum Maintor-Quartier wird. Der Eigentümer DIC hat die alte Bebauung schon weitgehend abgerissen und mit Entkernung und Revitalisierung des ersten Büroturms „Primus“ an der nordwestlichen Ecke des Areals begonnen. In diesem Jahr will er zudem mit dem Neubau des 70Meter hohen Porta-Gebäudes loslegen. Sofern die Vermietung stimmt, sind der dritte Turm, „Panorama“ genannt, und die kleineren Wohngebäude Ende des Jahres dran.

          Ob am Platz der Republik auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums schon in diesem Jahr ein weiteres Hochhaus hinzukommt, ist fraglich. Das Land will das Grundstück veräußern und spricht von konkreten Verhandlungen. Ohnehin müsste allerdings zunächst ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden, bevor der Bau beginnen kann.

          Ein weiterer potentieller Hochhausstandort liegt am Hauptbahnhof. Ob auf dem als Parkplatz genutzten Campanile-Grundstück ein von der Stadt als Behördenzentrum gemieteter Büroturm mit angeschlossenem Busbahnhof errichtet wird, ist aber in der Römer-Koalition umstritten. Während der amtierende Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) als Fürsprecher gilt, tendiert sein designierter Nachfolger Olaf Cunitz (Die Grünen) zu einem anderen Standort oder zum Umbau eines bestehenden Gebäudes. Im Jahr 2012 dürfte es damit nichts mehr werden. Wohl aber mit dem kleinen Behördenzentrum, das im Gallusviertel gebaut werden soll.

          Vor allem im Westend, Ostend und am Flughafen drehen sich in diesem Jahr die Baukräne über weiteren Bürohäusern, die, mit Ausnahme der Gebäude Alpha Rotex in Gateway Gardens und des zu revitalisierenden Poseidon-Hauses an der Messe, nicht als Hochhäuser gelten. An der Bockenheimer Landstraße wird außerdem die Sanierung des Triton-Hauses fortgesetzt, die Oberpostdirektion an der Ludwig-Erhard-Anlage wird zum Westend-Palais. Am Flughafen baut die FraportAG bis Ende des Jahres ihre neue Konzernzentrale, der Flugsteig A-Plus ist im Sommer fertig. Im Ostend nimmt zudem das Bürohaus Eastgate weiter Gestalt an, und an der Lindleystraße soll in diesem Jahr das Gebäude Dock2.0 errichtet werden.

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