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Baugeschehen im neuen Jahr : Bürotürme, Luxusläden und viel Wohnraum

Trotz der auf den ersten Blick rege erscheinenden Bautätigkeit im Bürosektor sehen die Immobilienmakler die Entwicklung doch verhalten, weil die Gebäude, die heute im Bau sind, erst zwischen 2012 und 2015 fertig werden. „Der Markt reagiert auf den hohen Leerstand. Das große spekulative Bauen hat vernünftigerweise noch nicht wieder begonnen“, sagt Oliver Barth, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate.

Wohnen

Der Wohnungsbau boomt. Stünde mehr Bauland zur Verfügung, würden wohl noch mehr Wohnprojekte angegangen als ohnehin schon. So aber füllt sich mit dem Europaviertel die letzte große Konversionsfläche zusehends. Auch die Bebauung des Henninger-Areals wird voraussichtlich in diesem Jahr beginnen. Auf dem künftigen Kulturcampus in Bockenheim errichtet die ABG die ersten Wohnhäuser. Und auch das Dom-Römer-Areal wird im Kern ein innerstädtisches Wohnviertel - der Grundstein für die Altstadt wird Anfang des Jahres gelegt, der Bau des Rebstockhofs beginnt im Herbst.

Einzelhandel und Hotels

Neben dem schon erwähnten Skyline Plaza kommen in diesem Jahr gleich mehrere Geschäftshäuser in den innenstadtnahen Stadtteilen hinzu. Im Frühjahr beginnt der Neubau eines Gebäuderiegels am Goetheplatz, der unter dem Namen „One Goetheplatz“ Luxusmarken und Büroräume beherbergen und 2013 fertig sein soll. Das prägnante Hako-Schuhhaus an der Zeil wird in diesem Jahr einem Neubau weichen. Aber auch außerhalb des Stadtkerns gibt es Fortschritte. In Preungesheim wird in diesem Jahr endlich das Versorgungszentrum am Gravensteiner Platz gebaut.

Der eigentlich schon für das vergangene Jahr angekündigte Baubeginn für das neue Einkaufszentrum auf dem Honselldreieck hat sich verschoben. Die Bauaufsicht prüft immer noch, ob der Bauantrag identisch mit dem Bauvorbescheid ist. Um sicher zu gehen, dass das Vorhaben genehmigt wird, hat der Bauherr, die Hamburger B&L-Gruppe, die Planung überarbeitet. „Wir wollen anfangen, wenn die Baugenehmigung vorliegt“, sagt ein Sprecher.

Findet die Stadt endlich eine Möglichkeit für die gewünschte kulturelle Teilnutzung des neuen Geschäftshauses auf dem Turmpalast-Areal, können noch in diesem Jahr dort die Bagger rollen. Der Vorschlag, das Volkstheater dort unterzubringen, hat im Magistrat keine Mehrheit. „Die Einrichtung eines Theaters kann man nicht aus der Portokasse bezahlen“, sagt Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Es sei nicht entschieden, wer dort einzieht. Gut möglich, dass der Abschluss des Erbbauvertrags für das städtische Grundstück noch eine Weile auf sich warten lässt.

Auch zwei neue Hotels ergänzen das Angebot. Eines der Luxusklasse entsteht derzeit an der Alten Oper. Auf dem Gelände der Alten Feuerwache im Ostend wird ein weiteres gebaut, dort sind auch Wohnungen und Einzelhandel geplant. Ob der frühere Bundesrechnungshof einem Hotel weicht, ist weiter offen. Immerhin stellt sich der Denkmalschutz gegen den Abriss.

Kulturbauten

Abgesehen vom Historischen Museum, dessen Neubau wie geplant voranschreitet, ist mit weiteren Kulturbauten in diesem Jahr nicht zu rechnen. Für die Erweiterung des Jüdischen Museums wird zunächst ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Auch das Projekt Goethehöfe mit dem Haus des Buchs und dem Romantikmuseum am Großen Hirschgraben ist noch in einer frühen Phase.

Die Erweiterung des Museums der Weltkulturen wird sich vermutlich weiter verzögern. Da die Baukosten für den vielfach als überdimensioniert empfundenen Entwurf mit 80Millionen Euro sehr hoch sind, wird umgeplant. Für dieses Jahr kündigt Semmelroth eine Bau- und Finanzierungsvorlage an: „Es wird eine nicht unerhebliche Reduktion geben, auch bei den Kosten.“

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