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Bauboom in Offenbach : Wohnungen 20 Prozent günstiger als in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Hinter Gittern: Wohnungsbaustelle in Offenbach Bild: Cornelia Sick

Offenbach erlebt einen Bauboom: Rund 1000 neue Wohnungen sollen in den nächsten Jahren allein in der Innenstadt entstehen. Ein Grund: In Frankfurt ist Bauen deutlich teurer.

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          „Es wird mir zu wenig gebaut.“ Das war viele Jahre die Mahnung von Horst Schneider (SPD), Oberbürgermeister und als Dezernent zuständig für Stadtplanung und Baumanagement. Jetzt hat sich laut Schneider das Blatt gewendet. „Offenbach ist im Wohnungsmarkt der Region angekommen“, sagt der Rathauschef. Immer mehr Unternehmen seien bereit, in Offenbach Wohnungen zu errichten.

          Offenbach hilft hierbei der Abstand zum Hochpreisgebiet Frankfurt. Bei Miet- und Eigentumswohnungen ist Offenbach um bis zu 20 Prozent günstiger. Laut Schneider werden in den nächsten zwei, drei Jahren etwa tausend neue Wohnungen allein in der Innenstadt erstellt „Das ist ein positiver Strukturschritt. Wir reden von mehr als 2000 Menschen, die die Sozialstruktur verändern und zusätzliche Einkaufsnachfrage für den Einzelhandel bringen werden.“ Zu den bekannten Investoren in Offenbach gehören die kommunale Frankfurter ABG Holding und der Frankfurter Immobilienentwickler Ardi Goldmann. Sowohl die ABG als auch Goldmann haben die von der Stadt seit mehr als einem Jahrzehnt betriebene Umwandlung des früheren Offenbacher Hafens als Chance erkannt, städtebauliche und ästhetische Akzente an einen markanten Ort inmitten der Rhein-Main-Region zu setzen. Die Bereitschaft, sich in Offenbach zu engagieren, dürfte durch den Umstand, dass unweit des alten Hafens die Europäische Zentralbank ihren Neubau errichtet, befördert worden sein.

          178 Mietwohnungen auf der Hafeninsel

          Den Anfang im ehemaligen Hafen machte auf der Offenbacher Hafeninsel (siehe Grafik)die ABG Frankfurt Holding. Dort errichtete sie 178 Mietwohnungen. Die ABG half mit diesem Projekt Offenbach aus der Klemme. Der dreiteilige Bauriegel dient auch als Lärmschutzwand gegenüber den Betrieben, die im Frankfurter Osthafen ansässig sind und gegen den Wohnungsbau auf der Offenbacher Hafeninsel mit Erfolg beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof geklagt hatten. Die Betriebe, darunter UPS, Glockenbrot und Schenker, hatten teure Lärmschutzauflagen für ihre Unternehmen wegen des Wohnungsbaus auf der Hafeninsel befürchtet. Zudem baut die ABG am ehemaligen Stammsitz des Druckmaschinenherstellers MAN Roland etwa 170 weitere Mietwohnungen. Laut ABG-Chef Frank Junker soll dies nicht das letzte Bauvorhaben des Frankfurter Wohnbaukonzerns in Offenbach sein.

          Bild: F.A.Z.

          Markus Eichberger, stellvertretender Leiter des Amtes für Stadtplanung und Baumanagement, lenkt den Blick auf weitere Vorhaben zum Wohnungsbau, insgesamt 15 zusätzliche Projekte. An der Ecke Mathildenstraße/Gerberstraße entsteht derzeit ein Gebäudekomplex mit 47 Eigentumswohnungen sowie Einkaufsmarkt und Park. Auf dem Gelände des früheren Armaturenherstellers Jado, Ecke Bettina-, Taunus-, Andréstraße sind 118 Wohnungen vorgesehen. Auf einer Industriebrache an der Luisenstraße, lange Zeit als Parkplatz genutzt, wird der Luisenhof gebaut, ein Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen, insgesamt 240 Einheiten. Als positiv wertet Eichberger, dass auf dem lange Zeit „verwahrlosten Areal“ Ecke Berliner Straße/Ludwigstraße nun ein Haus mit 26 Eigentumswohnungen errichtet worden sei.

          Auch soll in der Innenstadt eine weitere Brache beseitigt werden: An der Berliner Straße/Großer Biergrund will ein Investor ein Gebäude mit Geschäftsräumen und Wohnungen errichten. Auf dem Parkplatz des früheren Hoechst-Werks an der Ecke Mathildenstraße/Friedhofstraße werden 89 Mietwohnungen gebaut. Laut Mitteilung von Eichberger will die Frankfurter ABG im nächsten Jahr am Hessenring 60 Wohneinheiten errichten und in der Nähe weitere 25 bauen.

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