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65 Millionen Euro : Deutschlands teuerster Radweg wird einfach nicht fertig

Kostenintensives Projekt: Zwischen Rüdesheim-Assmannshausen und Lorch befindet sich der aktuelle Bauabschnitt. Bild: Michael Kretzer

Die Verkehrswende hat offensichtlich ihren Preis: In Hessen entsteht der teuerste Fahrradweg des Landes. Ganze 64 Millionen Euro für 5,5 Kilometer Strecke. Wie ist das möglich?

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          Die Arbeiten an Deutschlands teuerstem Geh- und Radweg gehen weiter. Hessen Mobil hat am Montag mit einem weiteren, 2,5 Kilometer langen Teilabschnitt zwischen Rüdesheim-Assmannshausen und Lorch begonnen. Im Zuge dieses Abschnitts „2b“ wird auch die Rheinuferstraße B 42 zwischen der Abfahrt Bächergrund und dem Campingplatz „Suleika“ stellenweise ausgebaut.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Laut Hessen Mobil muss dazu eine 560 Meter lange Bohrpfahlwand errichtet werden. Der Radweg wird abermals auf einer Art Balkon, einem sogenannten Kragarm, über dem Wasser des Rheins geführt. Dieser Teilabschnitt soll bis Februar 2023 vollendet werden. Parallel dazu soll im Mai der letzte Teilabschnitt in Angriff genommen werden. Insgesamt sind für die 5,5 Kilometer Strecke zwischen Assmannshausen und Lorch Kosten in Höhe von 64 Millionen Euro veranschlagt.

          Streckensperrung während der Bauzeit

          Während der Bauzeit muss die von täglich knapp 5000 Fahrzeugen genutzte Strecke halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird mit Ampeln geregelt. Radfahrer werden über einen parallel zur B 42 verlaufenden, befestigten Feldweg umgeleitet.

          Im Sommer vergangenen Jahres war der Abschnitt zwischen Rüdesheim und Assmannshausen für den Verkehr freigegeben worden. Auch dieser Abschnitt hatte sich als schwieriger, teurer und langwieriger als ursprünglich erwartet erwiesen.

          Der Radweg führt von der hessisch-rheinland-pfälzischen Landesgrenze bei Lorchhausen nach Rüdesheim und schließt eine Lücke im Fernradwegenetz. Rund 14 Jahre nach dem offiziellen Baubeginn sind erst gut die Hälfte der 11,3 Kilometer vollendet. Beim symbolischen Spatenstich für den ersten Teilabschnitt im Dezember 2006 war die Gesamtbauzeit noch mit acht Jahren angegeben worden. Knapp 39 Millionen Euro sollte es kosten, entlang der Rheinuferstraße den kombinierten Rad- und Fußweg zu bauen.

          Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projekts

          Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass diese Summe gerade einmal für die 3,3 Kilometer zwischen Rüdesheim und Assmannshausen gereicht haben. Der erste, 2,5 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Landesgrenze und Lorch wurde 2010 fertig und hat 13,5 Millionen Euro gekostet. Wenn die letzten 5,5 Kilometer einmal geschafft sind, wird der Radweg nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums insgesamt 115 Millionen Euro gekostet haben.

          Wie zurückhaltend mit den Zeitangaben von Hessen Mobil umzugehen ist, zeigt sich nun abermals. Vor einem halben Jahr hieß es noch, die beiden Wanderbaustellen sollen bis Ende 2022 die gesamte restliche Strecke bewältigt haben. Nun ist es schon für den am Montag begonnenen Abschnitt auf das Jahr 2023 verschoben worden. Hessen Mobil begründete bislang jede Verzögerung mit dem Hinweis, das gesamte Projekt sei „sowohl planungstechnisch als auch bautechnisch sehr schwierig“.

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