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Darmstadt : 250 Millionen Euro mehr für Teilchenbeschleuniger

Rasant: Der Linearbeschleuniger Unilac in Darmstadt, wo auch der Teilchenbeschleunigeranlage Fair gebaut werden soll Bild: Wolfgang Eilmes

Bisher war beim Bau der Teilchenbeschleunigeranlage Fair in Darmstadt mit Kosten von 572 Millionen Euro gerechnet worden. Nun wird die Anlage um die Hälfte teurer, wie es heißt.

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          Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung hat Kostensteigerungen beim Bau der Teilchenbeschleunigeranlage Fair bestätigt. Wie die GSI-Pressestelle berichtete, entstehen nach aktuellen Berechnungen Mehrkosten von 235 Millionen Euro. Hinzu kommen 13 Millionen für nicht realisierte Kostenzusagen durch internationale Partner. Bisher war mit Ausgaben von 572 Millionen Euro kalkuliert worden. Auch der vorgesehene Eröffnungstermin im Jahr 2018 für die Anlage, die am GSI-Komplex an der nördlichen Gemarkungsgrenze Darmstadts entsteht, sei nicht mehr zu halten. Die Gesellschafterversammlung von Fair habe stattdessen eine stufenweise Realisierung mit einer Inbetriebnahme eines Großteils der Anlage 2022 und den Vollbetrieb im Jahr 2025 beschlossen.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Dass personelle, organisatorische und finanzielle Korrekturen an dem internationalen Forschungsprojekt notwendig sind, hatte schon im April die administrative Geschäftsführerin der GSI GmbH und der Fair GmbH, Ursula Weyrich, nach der Prüfung durch eine internationale Expertengruppe eingeräumt. Die Untersuchung war vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben worden. Anlass dafür gaben, wie es damals in der Stellungnahme des Ministeriums hieß, „erhebliche bauliche Verzögerungen bei der Errichtung von Fair, die zu Verzögerungen des gesamten Projekts und möglicherweise zu Mehrkosten führen könnten“. Insgesamt wurde das Vorhaben als „organisatorisch und strukturell kritisch“ bewertet. Als Konsequenz kündigte Weyrich eine strenge und kritische Kostenanalyse an, die im Herbst vorgelegt werden sollte.

          Wie die „Wirtschaftswoche“ nun vor einigen Tagen berichtete, liegen dem zuständigen Bundesministerium und dem Haushaltsausschuss des Bundestages ein Bericht des Bundesrechnungshofes vor, in dem von den genannten Kostensteigerungen die Rede ist. Nach Angaben der Zeitung heißt es in dem Bericht, der bislang nicht veröffentlicht wurde, auf den Bund könnten zusätzliche Ausgaben von 168 Millionen Euro entfallen. Das zuständige Ministerium habe „die sich zuspitzenden Kosten- und Terminprobleme zu lange unterschätzt“, es sei nun zu klären, „ob und wie das Fair-Projekt fortgesetzt und finanziert werden kann“.

          Mit Blick auf Spekulationen, Fair könne „auf der Kippe stehen“, hieß es gestern, die Gesellschafterversammlung der Fair GmbH, in der neun Partnerländer vertreten sind, habe die volle Unterstützung für das Projekt bekräftigt. Man wolle die Anlage weiterhin im vereinbarten Umfang errichten. Seit April würden die Empfehlungen der Expertengruppe umgesetzt. So sei ein neuer Gesamtprojektleiter eingesetzt und die Bauabteilung neu aufgestellt und erweitert worden. Weiterhin seien drei Expertenbeiräte eingesetzt worden. Anfang 2016 werde überdies ein neuer Technischer Geschäftsführer die Arbeit aufnehmen.

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